Wirtschafts-Redakteure klagen gegen Kündigung durch Gruner + Jahr

Freitag, 15. Februar 2013
Der Streit um die Abfindungen der FTD-Mitarbeiter landet womöglich vor Gericht
Der Streit um die Abfindungen der FTD-Mitarbeiter landet womöglich vor Gericht


Der Streit zwischen Gruner + Jahr und den gekündigten Mitarbeitern der G+J Wirtschaftsmedien landet vor Gericht. Zahlreiche entlassene Mitarbeiter wollen vor dem Arbeitsgericht Hamburg am Montag kollektiv Klagen gegen ihre Kündigungen einreichen. Damit reagieren die Redakteure auf den aus ihrer Sicht völlig unzureichenden Sozialplan. Nachdem die Verhandlungen über einen Sozialplan für die rund 350 gekündigten Mitarbeiter der G+J Wirtschaftsmedien gescheitert sind, ziehen mehrere Dutzend betroffene Mitarbeiter nun vor Gericht und reichen Kündigungsschutzklagen ein. Damit wolle man dem Verlag klar machen, dass man sich nicht mit dem bisherigen Angebot für einen Sozialplan abfinden werde, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit der kollektiven Einreichung der Klagen am kommenden Montag wollen die Redakteure auch symbolisch ein Zeichen setzen. Die Einreichung der Klagen wird von einer Aktion vor dem Arbeitsgericht begleitet, mit der die Mitarbeiter ihren Forderungen zusätzlich Nachdruck verleihen wollen.

Die Klagen dienen aber nicht nur dazu, öffentlich Druck auf Gruner + Jahr aufzubauen. Viele Kläger rechnen sich durchaus gute Chancen aus, vor Gericht Recht zu bekommen, betonte ein Betroffener gegenüber HORIZONT.NET. So sei zahlreichen Redakteure gekündigt worden, die vor allem für "Capital" tätig waren, obwohl das Wirtschaftsmagazin als einziger Titel der G+J Wirtschaftsmedien von Berlin aus weitergeführt wird.

Die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und dem Vorstand von Gruner + Jahr waren in der vergangenen Woche gescheitert. Der Betriebsrat hat daher das gesetzliche vorgesehene Schlichtungsverfahren eingeleitet. Der Arbeitsrichter Roland Lukas soll nun einen Kompromiss aushandeln. Der Verlag hatte dem Betriebsrat in den Verhandlungen über den Sozialplan eine Abfindung von einem halben Monatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit sowie ein weiteres halbes Monatsgehalt pro Jahr bei Klageverzicht angeboten. Die Mitarbeiter fordern dagegen einen festen Sockelbetrag sowie Zuschläge für Eltern, Alleinerziehende und ältere Beschäftigte.

Derweil scheint Steffen Klusmann, zuletzt Chefredakteur der "FTD" und noch bis Frühjahr von "Capital", eher weich zu landen: Er soll offenbar Vize-Chef beim "Stern" werden. dh
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