„Wirtschaftliche Katastrophe“: Einzelhandel fürchtet Nachverhandlungen bei Preisspannen

Sonntag, 15. November 2009
Grosso-Marketingchef Frank Hoffmann
Grosso-Marketingchef Frank Hoffmann

Die Verlage ziehen zunehmend den Ärger der Presseeinzelhändler auf sich. „Es sieht nicht gut aus mit unserer Rentabilität“, moniert Einzelhändler Adam-Claus Eckert von der Unternehmensgruppe Dr. Eckert. Absatz, Umsatz und Einzelhandelsspannen würden sich rückläufig entwickeln. Bei möglichen Spannennachverhandlungen, die offenbar zur Diskussion stehen, fürchtet er eine „wirtschaftliche Katastrophe“ für den Presseeinzelhandel. Damit schaltet sich jetzt auch die nachgelagerte Handelsstufe in die Debatte ein; bisher spielte sich der Streit vorwiegend zwischen Verlagen und Grossisten ab.

Der Hintergrund zum seit Monaten gärenden Streit: Dem Vernehmen nach fordern Verlage eine finanzielle Beteiligung an den Effizienzgewinnen, die Grossisten durch Fusionen und Strukturverbesserungen erzielen. Erst im Februar hatten sich beide Parteien nach zähem Ringen auf neue Verträge geeinigt. Nun wird im Rahmen der Zeitschriftentage ein Spitzentreffen zwischen den Vorständen von Grosso-Verband und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erwartet, bei dem der strittige Punkt zur Sprache kommen soll.

Auf dem Vertriebspanel im Rahmen der Zeitschriftentage packten am Montag die Vertreter beider Verbände das „heiße Eisen Nachverhandlungen“ allerdings nicht an. Grosso-Marketingchef Frank Hoffmann verwies stattdessen auf die Erfolge der Qualitätsoffensive, die „in die richtige Richtung“ gehe.

Tobias Mai, Burda-Vertriebschef und Sprecher des Arbeitskreises Pressemarkt Vertrieb im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, sprach sich gegen eine marktanteilsbezogene Platzierung von Titeln in den Regalen aus. Dadurch würden Special-Interest-Hefte von einer guten Präsentation weitgehend ausgeschlossen. Dennoch plädiert er für die Quadratur des Kreises: „Was gut verkauft, muss auch gut platziert werden.“ se
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