"Wie ein Diktator": Feuerstein und Andrack lästern über Harald Schmidt

Montag, 30. April 2012
Am Donnerstag läuft die letzte Ausgabe der "Harald Schmidt Show" bei Sat 1
Am Donnerstag läuft die letzte Ausgabe der "Harald Schmidt Show" bei Sat 1


Diese Woche läuft die letzte Ausgabe der "Harald Schmidt Show" bei Sat 1. "Der Spiegel" hat aus gegebenem Anlass seine ehemaligen Weggefährten Herbert Feuerstein und Manuel Andrack zum Gespräch gebeten. Ihr ehemaliger Chef kommt dabei gar nicht gut weg. Faul, gemein, egoistisch: Herbert Feuerstein und Manuel Andrack, die beide jahrelang mit Harald Schmidt zusammengearbeitet haben, lassen im "Spiegel" kein gutes Haar an dem einstigen Liebling des Feuilletons. "Er ist niemand, der von Natur aus fleißig wäre. Ehrlich gesagt ist er sogar verdammt faul", erinnert sich Feuerstein, der Schmidt in den 90er Jahren für die Sendung "Schmidteinander" zum WDR geholt hatte. Irgendwann habe Schmidt daher Sketche abgelehnt, für die er geschminkt und verkleidet werden musste. "Er ging vor wie ein afrikanischer Diktator. Nur dass er die Macht nicht hatte. Sonst hätte es bestimmt Tote gegeben."

Auch Andrack, der jahrelang Schmidts Redaktionschef und Sidekick war, hat den Moderator ähnlich erlebt. Als er Redaktionsleiter wurde, habe Schmidt sein Gehalt um 2000 Mark erhöht, "allein für die Idee, die Show zwei Stunden früher aufzuzeichnen", berichtet Andrack. "Weil er so begeistert war, dass er künftig früher Feierabend haben würde."

Schmidt halte sich für den größten Moderator aller Zeiten, ist sich Andrack sicher. "Dehalb hat es ihn gewurmt, dass er nie 20 Millionen Zuschauer vorm Fernseher versammeln konnte wie Thomas Gottschalk mit "Wetten, dass ...?". Als Schmidt Anfang der neunziger Jahre "Verstehen Sie Spaß?" moderierte, brachen die Quoten ein. Das hat er nicht verstanden. Es war seine größte Enttäuschung."

So einig sich beide über die menschlichen Unzulänglichkeiten von Schmidt sind, über seine Chancen wieder auf den Bildschirm zurückzukehren, gehen die Meinungen der beiden weit auseinender: "Schmidt kommt wieder", ist Feuerstein sicher. "Schmidt ist imstande und kommt aus der Kanalisation heraus und macht eine Sendung, von der noch niemand etwas ahnt." Nach Meinung von Andrack stehen die Chancen für seinen ehemaligen Chef aber schlecht: "Welcher Sender sollte ihn denn noch nehmen?", fragt er. "Wenn einer mit so großem Bohei zu Sat 1 zurückkehrt und schon wenige Monate später den Stecker gezogen bekommt, dann war's das erst mal." dh
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