Wie Gerhard Zeiler Pay-TV zum Durchbruch verhelfen will

Mittwoch, 31. Oktober 2012
Gerhard Zeiler ist seit April dieses Jahres Präsident von Turner Broadcasting International
Gerhard Zeiler ist seit April dieses Jahres Präsident von Turner Broadcasting International
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Gerhard Zeiler Durchbruch SZ Bezahlfernsehen Deutschland



Gerhard Zeiler
, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der RTL-Group, hat in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" seine Vorstellungen von erfolgreichem Pay-TV skizziert: Pay-TV müsse dem Kunden etwas bringen, was das normale TV nicht bieten kann. Bis hierhin ist dieser Befund Zeilers eigentlich eine Binse. Sein Lösungsansatz für den Durchbruch zum Bezahlfernsehen allerdings überrascht. Der heutige Auslandschef beim US-Konzern Turner Broadcasting, hält lokale Produktionen für den Königsweg. "Wir wissen, dass deutscher Content, deutsche Programme mit lokalen Gesichtern und deutschem Storytelling - dass all das auch ein Unterscheidungsmerkmal zum Free-TV sein wird und unter anderem das ist, was uns bekannt und erfolgreich macht", so Zeiler zur "SZ". Hierzulande vertretenen Pay-TV-Anbietern, die ihre Kunden oft vor allem mit aufwendig produzierten US-Serien locken, dürfte diese Analyse wohl wenig schmecken - zumal dafür eigene Produktionsaufträge, ergo Investitionen, notwendig wären. Das weiß auch Zeiler, deswegen setzt der 57-Jährige neben den Einnahmen aus Abonnements auch auf Werbeeinnahmen. Hier sei Deutschland mit einer Pay-TV-Durchdringung von 15 Prozent wohl noch nicht so weit. "Die dritte Säule, gerade wenn wir ans Kinderfernsehen denken, ist das Merchandising", so Zeiler. Gleichwohl rechnet Zeiler aber mit starken Wachstumsraten für Bezahlfernsehen - alleine in diesem Jahr sollen es zehn bis 15 Prozent sein.

Grundsätzlich attestiert Zeiler dem Bezahlfernsehen eine höhere Risikobereitschaft als Free-TV-Sendern. So hätten Erfolgsformate wie "The Sporanos" oder "Boardwalk Empire" im frei empfangbaren TV wohl nicht funktioniert, weil die Sender wegen ihrer Fixierung auf Marktanteile manchen Formaten keine Chance geben oder sie zu schnell wieder absetzen würden. ire
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