Wettbewerber schwärzen Google bei EU-Kommission an

Donnerstag, 25. Februar 2010
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Google bekommt womöglich Ärger mit der EU-Kommission. Bei der Behörde sind Beschwerden von drei Wettbewerbern eingegangen, die nun überprüft werden. Die Vorwürfe: Google benachteilige Konkurrenten bei der Anzeige von Suchergebnissen. Falls sich die Vorwürfe erhärten lassen, könnte auf den Suchmaschinengiganten eine Klagewelle zurollen. Wie die EU-Kommission in einer knappen Mitteilung bestätigt, ist Google sei über die Vorwürfe informiert worden und um eine Stellungnahme gebeten worden. Normalerweise beträgt die Frist dafür vier Wochen. Google bestätigt in seinem Blog, von der EU-Kommission über die Wettebwerbsbeschwerden informiert worden zu sein  - und nennt auch die Beschwerdeführer. Dabei handelt es sich um die Rechtssuchmaschine Ejustice.fr aus Frankreich und die Preisvergleichsportale Foundem und die Microsoft-Tochter Ciao from Bing.

Offiziell gibt sich Google gelassen: Man sei sich sicher, in Übereinstimmung mit europäischen Gesetzen zu handeln, schreibt Julia Holtz, als Senior Competition Counsel bei Google zuständig für Wettbewerbsfragen im Google Blog. Zugleich weist Holtz auf die Verbindung von Ciao zum Erzrivalen Microsoft hin - bis zur Übernahme des Unternehmens durch den Softwarekonzern habe man gut zusammengearbeitet.

Das britische Unternehmen Foundem hat seine Beschwerde mit umfangreichem Datenmaterial untermauert. Die Daten sollen belegen, dass Google seine Marktmacht mißbraucht, um bei den Suchergebnissen bevorzugt eigene Dienste anzuzeigen und damit Konkurrenten zu benachteiligen.

Die EU-Kommission betont, dass man bislang lediglich Voruntersuchungen eingeleitet habe und es sich noch nicht um ein offizielles Kartellverfahren handelt. Aber der Druck auf Google wächst. In den vergangenen Monaten haben sich die wettebewerbsrechtlichen Beschwerden gegen den Suchmaschinenkonzern gehäuft. Mit der EU-Kommission nimmt sich nun eine Behörde der Sache an, die in Verfahren gegen Microsoft oder Intel bereits bewiesen hat, dass sie bei Verstößen gegen das Kartellrecht nicht vor empfindlichen Geldbußen zurückschreckt. dh
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