Werbungtreibende Wirtschaft will Sponsoring bei ARD und ZDF erhalten

Donnerstag, 09. September 1999

Im Vorfeld der Beratungen der Ministerpräsidenten über die 5. Novelle des Rundfunkstaatsvertrag am 15. Oktober wendet sich die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) erneut gegen die Beschränkung der Werbemöglichkeiten bei ARD und ZDF. Nestlé-Vorstandsvorsitzender und Vorsitzender des Markenverbandes Hans G. Güldenberg fordert die "Sicherung des öffentlich-rechtlichen Werbeangebotes als notwendiges Korrektiv gegen die weitere Medienkonzentration und die daraus resultierenden Preiserhöhungen bei den Privaten". Bei einem Wegfall der Werbung auf ARD und ZDF fürchtet er eine Preiserhöhung von 15 bis 20 Prozent bei den Privaten. Bei ihren letzten Beratungen hatten sich die Ministerpräsenten dafür ausgesprochen, den öffentlich-rechtlichen Sendern im ersten Schritt Sponsoring nach 20 Uhr zu verbieten. Auch die Werbung vor 20 Uhr steht zur Diskussion. Derzeit erlöst die ARD mit Sponsoring im ersten Programm und in den Hörfunksendern rund 60 Millionen Mark jährlich, das ZDF rund 40 Millionen Mark. Dr. Hans-Dietrich Winkhaus, Vorsitzender der Geschäftsführung von Henkel, betont, daß ein Wegfall von Sponsoring bei ARD und ZDF die Erreichbarkeit von Zielgruppen erschwere und damit "die kommerzielle Kommunikation insgesamt" beeinträchtige. Daneben fordert die werbungtreibende Industrie erneut den Wegfall der 20-Uhr-Werbegrenze bei ARD und ZDF und eine zumindest volumenneutrale Umverteilung der Werbezeit nach 20 Uhr. ZDF-Intendant Dieter Stolte betont, daß eine Umverteilung von 10 Minuten der zulässigen 20 Minuten Werbezeit nach 20 Uhr ARD und ZDF auf Basis der Werbeerlöse von 1998 nur zwischen 50 und 60 Millionen Mark Mehreinnahmen einbringen würde und dadurch die Einnahmesituation der privaten TV-Sender keineswegs beeinträchtige.
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