Werbung ohne Widerwillen: Seven-One Media und Accenture untersuchen Nutzungsverhalten bei Videoportalen

Donnerstag, 08. November 2007

Mehr als die Hälfte der Befragten Internetnutzer akzeptieren Banner, Werbefilme oder Links zu Extraseiten auf Videoportalen, gut ein Drittel schauen sich die Werbeformen sogar gezielt an. So lautet ein zentrales Ergebnis der Studie "Videoportale in Deutschland. Im Spannungsfeld zwischen Fernsehen und Internet" von Seven-One Media und Accenture. Dadurch werden Videoportale für Werbekunden ein interessantes Feld. Bei der Frage nach dem bevorzugten Finanzierungsmodell schneiden die sonst oft mit Missmut ertragenen Produkthinweise überraschend gut ab.

Die Studie

Studie: Videoportale in Deutschland. Im Spannungsfeld zwischen Fernsehen und Internet

Auftraggeber: Seven-One Media, München und Accenture, Kronberg im Taunus

Institut: Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn

Befragte: 850 Internetnutzer im Alter von 14 bis 49 Jahren

Methode: Telefoninterviews auf Basis eines strukturierten Fragebogens

Erhebungszeitraum: Ende Juni 2007 bis Ende Juli 2007

Die vollständige Studie erscheint voraussichtlich im Januar 2008. Auszüge werden auf den Münchner Medientagen 2007 vorgestellt.


Die Finanzierung durch Gebühren oder andere Nutzungsentgelte lehnen dagegen 91 Prozent der Befragten ab. "Werbung im Internet ist zum Teil selbstbestimmt. Der Nutzer kann entscheiden, ob er die Informationen am Rand einer Seite ignoriert oder anklickt, um sich das Produkt anzuschauen. Diese Möglichkeit beeinflusst die Akzeptanz grundsätzlich positiv" erklärt Gerald Neumüller, Deputy Director Research bei Seven-One Media in München.

Als Motivation für die Nutzung stehen Zeitvertreib, Erheiterung und Entspannung ganz oben auf der Liste. "Die Kombination aus aktiver Zusammenstellung der Inhalte und passiver Rezeptionshaltung befriedigt das Bedürfnis der User nach spontaner Ablenkung wie kein anderes Medium", erläutert Neumüller die Spezifik von Videoportalen.

In Zukunft ist laut Studie auch eine Adaption von Videoportalinhalten in anderen Medien vorstellbar. Zwar ist der PC für 97 Prozent der befragten User das präferierte Nutzungsmedium. 53 Prozent würden sich die Clips aber auch auf dem Fernsehbildschirm anschauen. Für 20 Prozent käme der Konsum via Handy infrage, die Spielekonsole als Endgerät für Filme von Videoportalen nannten 9 Prozent der befragten User.

"Videoportale sind kein Ersatz-, sondern ein Zusatzmedium. Wir gehen davon aus, dass die Mediennutzung insgesamt ansteigen wird", sagt Neumüller. Bereits 60 Prozent der befragten Internetnutzer sehen sich zumindest gelegentlich Videoclips im Web an. Knapp die Hälfte meinen, in ihrer Nutzung konstant zu bleiben, 29 Prozent wollen ihren Konsum noch steigern. Jf

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 45/07.
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