Werbung im Blick: Das wahre Gesicht von Googles Project Glass

Dienstag, 10. April 2012
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Mit über 11 Millionen Klicks auf Youtube und 131.000 Circle-Mitgliedern auf Google + hat sich das Konzeptvideo zu dem Augmented-Reality-Projekt "Project Glass" zum echten Online-Phänomen entwickelt. Doch in dem Film, der den Alltag eines New Yorkers durch den Rahmen der digitalen Datenbrille zeigt, fehlt ein Element, das Google zum Milliarden-Konzern gemacht hat: Werbung. Der Multimedia-Designer und selbsterklärte "Popkultur-Hacker" Jonathan McIntosh hat diese Auslassung nun korrigiert und mit seinem Video "ADmented Reality" eine wirklichkeitsnähere Version des Google-Projekts geliefert. Wie die "New York Times" schon vor einigen Tagen berichtete, ist Project Glass weitaus mehr als ein reines Konzeptvideo einer zukünftigen Technologie. Google X, das Entwicklungslabor des Konzerns, arbeitet schon an konkreten Prototypen, die unter Laborbedingungen tatsächlich funktionieren. In Branchenkreisen ist darüber hinaus Konsens, dass Augmented Reality erst dann seinen Durchbruch in den Massenmarkt erleben wird, wenn die Nutzung der virtuellen Bildinformationen ohne die mühsame Aktivierung zusätzlicher Geräte möglich sein wird. Da Google das Mobile Web und insbesondere Mobile Search als großes Wachstumsfeld der Zukunft definiert hat, wird das Interesse des Konzerns an einer alltagstauglichen AR-Brille verständlich.

Eine derartige Brille wäre für Google letztlich allerdings auch nur eine Verlängerung seines bisherigen Geschäftsmodells, das darauf basiert, Nutzungsdaten zu sammeln, zu analysieren und zum Platzieren kontextadäquater Werbung zu nutzen. McIntosh simuliert diesen Aspekt der AR-Brille, indem er das ursprüngliche Video mit echten Ergebnissen von Google-Adwords-Suchen ergänzt. Allerdings räumt der Künstler selbst ein, dass der Konzern beim Platzieren von Werbung wohl zumindest bei der optischen Umsetzung etwas zurückhaltender sein wird, was jedoch nichts am grundsätzlichen Problem ändere: "Google wird wohl wahrscheinlich nicht so offensichtlich bei diesem Interface arbeiten, aber das Unternehmen wird zweifellos unglaubliche Mengen an äußerst heiklen persönlichen Daten sammeln - basierend was man und wie lange man es betrachtet. Und diese Daten können genutzt werden, um äußerst detaillierte Konsumentenprofile zu erstellen." cam

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