Werbeverbot in ARD und ZDF: Boudgoust und Schächter fordern sachlichere Diskussion

Freitag, 26. März 2010
ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust
ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust

Die Diskussionen über Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kochen derzeit mächtig hoch. Jetzt mahnen der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust und ZDF-Intendant Markus Schächter zur Sachlichkeit. Boudgoust betont, die Einnahmen durch Werbung und Sponsoring seien schließlich vom Gesetzgeber vorgegeben und würden zur Entlastung der Rundfunkgebühr um rund 450 Millionen Euro pro Jahr dienen. "Um es klar und deutlich zu sagen: Bei einer politisch gewollten Umsetzung dieser Idee geht das zu Lasten der Gebührenzahler oder eben des Programms", so Boudgoust. Zudem seien die Interessen privater Sender durch die Möglichkeit der entgeltlichen Produktplatzierung "sehr weitreichend" berücksichtig worden. Die Behauptung, dass ein Werbeverbot automatisch den Privaten zu Gute käme, schmettert er ab und verweist auf das aktuelle Beispiel Frankreich.

Schächter merkt an, die werbetreibende Wirtschaft hätte sich massiv für den Erhalt der Werbung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ausgesprochen. Schächter: "Für die deutsche Wirtschaft sind die Programme von ARD und ZDF unabdingbar, um bestimmte interessante Zielgruppen im TV und Hörfunk zu erreichen." Viele Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich die Zuschauer an der ohnehin begrenzten Werbung nicht stören würden. Die Entscheidung läge beim Gesetzgeber, die Konsequenzen sollten aber gründlich abgewogen werden.

Erst Anfang dieser Woche hat die CDU vorgeschlagen, das vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck vorgeschlagene schrittweise Werbeverbot für ARD und ZDF auch auf den Hörfunk ausdehnen. jm
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