Werbeumsatz der Publikumszeitschriften rutscht tief ins Minus

Freitag, 13. März 2009
Nach den Nielsen-Zahlen sind die Zeitschriften deutlich im Minus
Nach den Nielsen-Zahlen sind die Zeitschriften deutlich im Minus

Die Publikumszeitschriften sind nach den aktuellen Zahlen des Marktforschers Nielsen Media Research im Februar weiter ins Minus gerutscht. Mit Brutto-Werbeumsätzen von  rund 507 Millionen Euro in den ersten beiden Monaten des Jahres liegt die Gattung mit 13,5 Prozent im Minus und damit auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Ähnlich schlecht sieht es für die Fachzeitschriften aus, die bis Februar mit 11,9 Prozent im Minus liegen. Das Minus bei den Zeitschriften ist allerdings kein generelles Print-Phänomen: Die Tageszeitungen verzeichnen mit 11,7 Prozent ein zweistelliges Plus (ohne Rubrikenanzeigen).

Der größte Werbeträger Fernsehen liegt mit einem Minus von 1,4 Prozent dagegen leicht unter dem Vorjahreswert. Krisengewinner ist neben den Tageszeitungen der Hörfunk: Die Gattung Radio verzeichnet auf Bruttobasis einen Zuwachs von 14,1 Prozent. Außenwerbung muss einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent hinnehmen. Besonders hart getroffen hat es die Kinowerbung: Mit einem Umsatzrückgang von 48,5 Prozent verlieren die Lichtspielhäuser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast die Hälfte ihes Werbeumsatzes, wenngleich auf  niedrigem Niveau. Da Nielsen lediglich Brutto-Zahlen ausweist, dürften die Umsatzrückgänge bei den betroffenen Mediengattungen angesichts des hohen Rabattdrucks netto sogar noch wesentlich höher ausfallen. 

Bei den größten Werbetreibenden dominieren im Januar und Februar Handelsketten und Konsumgüterhersteller. Media-Saturn liegt mit Spendings von 68 Millionen Euro auf Platz 1 der Big Spender vor dem Discounter Aldi (66 Millionen Euro) und Procter & Gamble (54 Millionen Euro). Auf Platz 4 folgt Lidl mit Bruttospendings von rund 49 Millionen Euro. Das sind fast 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einziger Autohersteller in den Top Ten ist Volkswagen, die brutto 40 Millionen Euro für Werbung ausgegeben haben. Als einziges Medienunternehmen ist Axel Springer mit rund 35 Millionen Euro in den Top Ten vertreten. dh
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