Werbekrise trifft Nachrichtenmagazine mit voller Wucht

Mittwoch, 07. Januar 2009
Holger Busch: "Finanzkrise hinterlässt Bremsspuren"
Holger Busch: "Finanzkrise hinterlässt Bremsspuren"

Die Wirtschaftsflaute schlägt voll auf den Anzeigenmarkt durch. Wie der Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ) heute mitteilte, ist das Anzeigenvolumen der Publikumszeitschriften 2008 insgesamt um 5,9 Prozent zurückgegangen. Besonders hart getroffen hat es die großen Nachrichtenmagazine.   "Die Finanzkrise hat erste Bremsspuren im deutschen Werbemarkt hinterlassen. Davon haben sich auch die Publikumszeitschriften nicht abkoppeln können", bilanziert Holger Busch, Geschäftsführer Marketing Anzeigen im VDZ, das Anzeigenjahr 2008. Vor allem die Automobil- und die Finanzwirtschaft hat laut VDZ seine Marketingsbudgets zurückgefahren.

Die großen Magazine mussten teilweise Rückgänge im zweisteligen Prozentbereich hinnehmen: Der "Stern", der mit 3500 die meisten Anzeigenseiten verzeichnet, liegt gegenüber dem Vorjahr mit 12 Prozent im Minus, "Focus" verliert 19,5 Prozent und kommt noch auf 3145 Anzeigenseiten. Der "Spiegel" verliert 10,1 Prozent und erreicht 3112 Anzeigenseiten, bei der "Wirtschaftswoche" geht das Anzeigenvolumen auf 2901 Seiten zurück. Das Computermagazin "C'T" kann die Zahl der Anzeigenseiten in seinem Jubiläumsjahr um 1,4 Prozent auf 2589 Seiten steigern und liegt damit auf Rang 5.

Steigende Anzeigenvolumina verzeichneten unter anderem "Myself", "In - Das Star & Style Magazin", "Bild der Frau", "Leben + Erziehen", "Essen & Trinken", "Landlust" und "Tina".

Für 2009 rechnet der VDZ erneut mit leicht rückläufigen Investitionen in die Werbung insgesamt und in Publikumszeitschriften. Marketingchef Busch gibt sich dennoch optimistisch: „Gerade in schwierigen Zeiten erweisen sich die klassischen, reichweitenstarken Kommunikationskanäle wie Print und TV als bewährte und unverzichtbare Werbeträger für die Positionierung von Marken und die Stimulierung des Abverkaufs." dh
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