Werbekonjunktur: Deutschland droht die rote Laterne

Montag, 17. März 2008
Sagt weiteres Wachstum im Internet voraus: Aegis-CEO Mainardo de Nardis
Sagt weiteres Wachstum im Internet voraus: Aegis-CEO Mainardo de Nardis

Die Mediaagentur Carat hat ihre Prognose für den deutschen Werbemarkt im laufenden Jahr nach unten korrigiert. Hierzulande werden die Investitionen lediglich um 0,5 Prozent steigen, statt wie zunächst angenommen um 0,7 Prozent. Damit wäre Deutschland international das Schlusslicht und bliebe deutlich hinter dem weltweiten Wachstum, das Carat aufgrund der US-Präsidentschaftswahl und den Olympischen Spielen auf 6 Prozent beziffert.

Die deutlichsten Steigerungen erwartet Carat dagegen in Russland (plus 22,6 Prozent) und China (plus 19,7 Prozent). Von den westeuropäischen Ländern liegt Großbritannien mit einer Steigerung von 6,4 Prozent an der Spitze, gefolgt von Skandinavien (5 Prozent), Spanien (3,8 Prozent), Italien (3,6 Prozent) und Frankreich (1,8 Prozent). Im kommenden Jahr sollen die Werbeausgaben weltweit um 4,9 Prozent wachsen. Nach den Prognosen von Carat wird Deutschland erneut weit hinten rangieren.

Differenziert nach Mediengattungen bleibt das Internet 2008 mit 23 Prozent Plus das am stärksten wachsende Medium. Auch 2009 wird Online-Werbung trotz einer etwas moderateren Steigerung von 17,8 Prozent an der Spitze stehen. Das wirkt sich auch auf den Anteil am Gesamt-Werbekuchen aus. Mainardo de Nardis, CEO von Aegis Media, rechnet damit, dass im Jahr 2009 rund 10 Prozent der globalen Werbeausgaben auf das Internet entfallen.

Deutliche Zuwächse verzeichnen auch Kino (16,5 Prozent), TV (7,2 Prozent) und Außenwerbung (6,7 Prozent). Dahinter liegt Radio (4,4 Prozent), gefolgt von Zeitschriften (3,7 Prozent). Allein Tageszeitungen müssen mit einem Minus von 0,1 Prozent einen leichten Rückgang hinnehmen.
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