Werbe Weischer will Zuschauer-Prognose weiter verbessern

Donnerstag, 23. Mai 2013
Geschäftsführer Marco Bergmann holt neue Kundengruppen ins Kino
Geschäftsführer Marco Bergmann holt neue Kundengruppen ins Kino

Kinovermarkter Werbe Weischer will die Prognose über die Zuschauerzahlen noch weiter verbessern. Der Vermarkter hat dazu seine Film- und Besucherdatenbank "Filmmonitor" überarbeitet, die die möglichen Zuschauerzahlen anhand vergleichbarer Filme aus der Vergangenheit prognostiziert. "Der Filmmonitor 2.0 enthält zusätzlich die Meinung von Experten wie Filmverleihern und der Fachpresse", sagte Marco Bergmann, Geschäftsführer von Werbe Weischer, gestern abend in Frankfurt. Anlaß für die Überarbeitung gab der Überraschungserfolg "Ziemlich beste Freunde". Der französische Film, der hierzulande im Januar 2012 startete und sich fast ein Jahr in den Kinos hielt, lockte statt der prognostizierten halben Million Zuschauer rund 9 Millionen in die deutschen Kinos. "Wir hoffen, dass so ein Fehler nicht mehr passiert", sagte Bergmann, schließt jedoch Abweichungen auch nicht final aus.

Per se kann sich Weischer weiter über eine positive Geschäftsentwicklung freuen. Nach Jahren, in denen Kino nahezu aus den Mediaplänen verschwunden war, ist die Gattung wieder auf dem Vormarsch. In den ersten vier Monaten des Jahres lag das Plus bei Nielsen bei 8,3 Prozent, im Gesamtjahr 2012 waren es 10,5 Prozent. Bergmann ist überzeugt, weiter wachsen zu können.

Für die Trendwende gibt es mehrere Gründe. Zum einen hat Werbe Weischer vor drei Jahren das Abrechnungssystem Cinema Reloaded eingeführt, das nun Werbe Weischer CR heißt. Seither werden die tatsächlichen Besucher gezählt und die Werbung entsprechend abgerechnet. Zudem gibt es eine Zielgruppen-Clusterung nach Frauen, Männern, Familien, Jüngeren, Premium und Adult. Die Werbung wird je nach Kundenwunsch dann in Filmen ausgespielt, die zur gewünschten Zielgruppe passen.

Zum anderen hat Weischer mit Bergmann Anfang 2012 einen sehr erfahrenen Agenturmanager zurück ins Unternehmen geholt, der auch neue Branchen für Kino erschließt. So konnte er Kunden wie Deutsche Bahn gewinnen, aber auch Marken aus dem Luxusbereich wie Cartier und Louis Vuitton. Letztere interessieren sich vor allem für die Luxus-Kinos, von denen es mittlerweile eine Handvoll in Deutschland gibt, darunter die Astor Film Lounges in Frankfurt und Berlin. Auch diese Neuorientierung gibt Kino einen Schub. pap
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