"Weiberkram": Red Indians plant Frauenmagazin / Stefan Hensel wird Geschäftsführer

Donnerstag, 02. Februar 2012
Der Kopf hinter "Weiberkram": Verleger Michael Köckritz
Der Kopf hinter "Weiberkram": Verleger Michael Köckritz

Wann wird ein Independent-Verlag erwachsen? Antwort: Wenn er auch ein Frauenmagazin ins Programm nimmt und einen Geschäftsführer einstellt. Bei Red Indians in Reutlingen, bekannt für hoch dekorierte Männer- und Automagazine wie „Ramp", ist es bald soweit. Im Spätsommer bringt Red Indians das High-End-Frauenmagazin „Weiberkram" auf den Markt. Und betritt damit das Auflagen- und anzeigenumsatzstärkste Zeitschriftensegment überhaupt. Die Besonderheit: Das Heft wird von Männern gemacht, eben jener zwölfköpfigen Redaktion, die mit ihrem Autorennetzwerk bereits die bisherigen drei Red-Indians-Titel bestückt. Der Kopf dahinter ist Verleger Michael Köckritz, früher Journalist, PR-Mann, Werber und Kundentitel-Dienstleister. Er beschreibt sein neues Magazin als „Widmung, Liebeserklärung und Hommage an Frauen", gemäß dem Untertitel: „Die wunderbare Welt der starken Frauen".

Die Leserinnen sollen augenzwinkernd und unterhaltsam ein Gefühl dafür bekommen, wie die Männer sie sehen, sagt Köckritz: „Wir lieben die Frauen, sind verrückt nach ihnen, auch wenn wir sie manchmal nicht wirklich verstehen." Genau das sei ja das Reizvolle. Darüber ist in „Weiberkram" zu lesen, zum Beispiel, wie „zeitgemäße Männer-Ikonen" (Köckritz) die Frauen ihres Lebens beschreiben. Und natürlich kommen Mode und Beauty nicht zu kurz - allein schon mit Blick aufs erhoffte Werbegeschäft. Die vorläufigen Heftmaße: Rund 300 Seiten dick, 40.000 Druckauflage - etwa ein Viertel davon soll über Kooperationen vertrieben werden -, Copypreis circa 10 Euro, halbjährliche Frequenz.

Stefan Hensel steigt als Geschäftsführer bei Red Indians ein
Stefan Hensel steigt als Geschäftsführer bei Red Indians ein
Doch das ist noch nicht alles. Zuvor startet Köckritz im Sommer einen weiteren Titel: das Sport-Lifestylemagazin „Jab". Jab, so bezeichnet man im Boxen einen Überraschungsschlag mit der Führhand. Es soll aber um alle Sportarten gehen, „als authentisches Lebensgefühl, aus der Freestyle-Haltung heraus", so Köckritz. Gedruckt werden 40.000 bis 50.000 Hefte, der Copypreis liegt bei 8 bis 10 Euro. Zweimal wird „Jab" in diesem Jahr erscheinen, 2013 dann wohl viermal.

Mit „Weiberkram" und „Jab" erweitert Red Indians sein Portfolio von drei Lifestyletiteln - „Ramp" (Auto, seit 2007, vierteljährlich), „Capz" (Reise, seit 2010, halbjährlich) und „Ramp Style" (Mode, seit 2011, halbjährlich) - auf fünf Magazine. In diesem Jahr bringen die Reutlinger damit zwölf Ausgaben heraus, zuzüglich diverser Sonderhefte. 2013 werden es 16 Ausgaben sein, weil dann nicht nur „Jab" viermal kommen soll, sondern auch „Ramp Style".

Und wie es sich für einen erwachsenen Verlag gehört, werden dem abgerundeten Portfolio passende Werbepakete folgen. Auch ein Relaunch der Websites und ein „feuilletonistischer ,Ramp‘-Newsletter" (Köckritz) sind 2012 geplant. Für all das hat sich Köckritz Verstärkung geholt: Stefan Hensel steigt als Geschäftsführer bei Red Indians ein. Hensel, 50, startete seine Karriere als Media-Chef bei Bitburger und Telekom. 2001 wechselte er auf Verlagsseite und war leitend im Anzeigenverkauf bei „Bild", Delius Klasing und zuletzt Tamm Media tätig. rp
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