Webworker wenden sich verstärkt den Gewerkschaften zu

Freitag, 11. Mai 2001

Die Kündigungswelle hat endgültig auch die deutsche Internetszene erfasst. Jüngste Beispiele sind Entlassungen bei Kabel New Media, Popnet und Pixelpark. Die Mitarbeiter reagieren mit der Gründung von Betriebsräten. Angestellte bei Amazon, Steinberg, Kabel New Media und Tomorrow Internet sind dabei, sich zu organisieren. Mittlerweile sind 15 Multimediaunternehmen bei der Gewerkschaft Connexx.av organisiert und ständig gehen dort neue Anfragen ein. Damit ist eine Trendwende in der High-Tech-Branche eingetreten, denn noch vor Kurzem reagierten New-Economy-Mitarbeiter reserviert bis ablehnend auf Gewerkschaften. Jetzt suchen sie deren Hilfe. "Die Methoden der Geschäftsführungen sind zum Teil entwürdigend. Viele Start-up-Chefs reagieren weitaus hysterischer als in der Old Economy, oft auch brutaler und dilettantischer", berichtet Wille Bartz von Connexx.av in Hamburg.

Die Arbeitnehmervertretung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Angestellten Gewerkschaft und der IG Medien und in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und München vertreten. Connexx strebt die Vernetzung der Mitarbeiter an und fördert den Austausch mit dem Hamburger Multimedia-Brunch und dem Onliner-Stammtisch, der jedem letzten Mittwoch im Monat stattfindet. In Kürze es soll das Meeting auch in Berlin und München geben. Wichtige Themen für die Start-up-Mitarbeiter sind dabei neben akuter Kündigungen die Mitbestimmung, Kommunikation und Transparenz im Unternehmen sowie Arbeitszeiten und Gehalt. Mit dem ersten Tarifvertrag rechnet Bartz schon in zwei bis drei Jahren.

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