Web-Schmieden erobern die Welt

Donnerstag, 30. März 2000

"Das Spiel wird größer", beschreibt Kai Petersen, Geschäftsführungsmitglied von Marchfirst Deutschland, treffend den Trend, der die Multimedia-Szene in Deutschland kennzeichnet. Wieder haben die Internetagenturen hierzulande ein fettes Jahr erlebt: 1999 konnten die Dienstleister im Branchenschnitt einen Umsatzzuwachs von 212 Prozent im Vergleich zu 1998 verzeichnen. Gleichzeitig müssen die Internetdienstleister auf gestiegene Ansprüche ihrer oft international tätigen Kunden reagieren. Mithalten können nur Agenturen, die entsprechendes Kapital besitzen, um ihren internationalen Ausbau zu finanzieren. In Deutschland sind das sicher nicht viele Agenturen, denn einschließlich Börsenneuling Concept sind gerade mal neun Internetagenturen am Neuen Markt notiert und nur 22 deutsche Internetdienstleister konnten 1999 Umsätze von über 10 Millionen Mark erzielen.

Für die Großen der Branche geht es nicht mehr darum, eine Website zu realisieren, vielmehr darum, globale Internetstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Marchfirst gehört zu den wenigen globalen Playern, die tatsächlich rund um den Globus vertreten sind. Entstanden ist das Internetunternehmen aus der Verschmelzung der Internetagentur USWeb/CKS mit Hauptsitz in San Francisco und dem Internetdienstleister Whittman-Hart in Chicago. Per Aktientausch ist somit ein Onlinegigant entstanden, der weltweit mehr als 8500 Mitarbeiter in 64 Niederlassungen in 13 Ländern beschäftigt. Nach dem gleichen Muster hat sich der Berliner Internetdienstleister Pixelpark gerade die beiden zu fusionierenden schwedischen Internethäuser Mandator und Cell Network einverleibt. Weitere große Merger waren in letzter Zeit die Fusion von United Media mit Syzygy in London und der Zusammenschluss von Berens/Partner mit den zu fusionierenden schwedischen Internet-Beratungsunternehmen Information Highway und Connecta.

Das aktuelle Horizont-Forum widmet sich der Frage, ob eine Fusion der einzige Weg ist, um dem Anspruch Internationalisierung gerecht zu werden.
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