Web-Kritik der EU lässt ARD und ZDF kalt

Mittwoch, 07. Mai 2003
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Auf die jüngst in "Focus" kolportierte Kritik von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti an den Web-Aktivitäten der öffentlichrechtlichen Sender reagieren ARD und ZDF gelassen. ZDF-Sprecher Alexander Stock betrachtet es als "vollkommen legitim", dass sich die EU-Kommission nun mit der vom VPRT eingereichten Beschwerde auseinander setzt. "Da wir jedoch weder kommerzielle Angebote betreiben noch mit dem Verkauf von Mainzelmännchen eine Konkurrenz zu RTL aufbauen, wird die Prüfung alle Vorwürfe entkräften." Ähnlich sieht das die ARD. "Wir betreiben keinen E-Commerce, sondern bieten Merchandising-Artikel an", beteuert Heidi Schmidt, Leiterin Koordination bei ARD Online. Auch Web-Spiele und "sendungsbezogene Suchbegehren" von Arbeitslosen seien mit dem Gebot des Programmbezugs zu vereinbaren.

Weder ARD noch ZDF sind bisher offiziell zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. "Wir kennen die Vorwürfe nur aus der Presse", so der für die Web-Aktivitäten der ARD zuständige SWR-Justiziar Hermann Eicher. Die Sender werden sich wohl noch eine Weile gedulden müssen. Der Grund: Die EU muss entsprechende Anfragen zunächst an den Bund richten, der diese wiederum über die Länder an die Rundfunkanstalten weiterleitet. mas
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