Web-Abteilung der IVW soll eigenständiges Unternehmen werden

Donnerstag, 17. Januar 2002
Will die IVW-Online abspalten: Wolfgang Neuber
Will die IVW-Online abspalten: Wolfgang Neuber
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Die Internet-Abteilung der IVW will sich als eigenständiges Unternehmen abspalten. Die vorbereitenden Beratungen laufen auf Hochtouren. "Wir müssten in absehbarer Zeit zu einem entsprechenden Entschluss kommen", so Wolfgang Neuber, Chef der IVW Online. Möglich wäre eine Entscheidung bereits am 20. Februar. Der Hintergrund für die Pläne: Zurzeit darf die IVW Online lediglich die Zugriffszahlen von Web-Angeboten messen, die Werbeträger sind - die Gemeinnützigkeit der IVW schreibt es vor. Die Anfrage eines Autokonzerns, der die Zugriffe auf seine Website ebenfalls messen lassen möchte, muss also abgelehnt werden, obwohl sie in einem lukrativen Auftrag münden könnte.

Auch die Onlineangebote von ARD und ZDF bleiben bislang außen vor. "Genau diese Kunden können wir als eigenständiges Unternehmen in Zukunft dann auch bedienen", so Wolfgang Neuber. Mit der Ausgründung trage man zudem der allgemeinen Entwicklung auf dem Markt der Onlineangebote Rechnung: "Die Site-Betreiber suchen immer stärker nach Finanzierungsquellen abseits der Werbung, sind also immer weniger Werbeträger im klassischen Sinne", erklärt Neuber.

Gesellschafter des neuen Unternehmens, über dessen Namen noch beraten wird, sollen die 17 Verbände sein, die auch Träger der IVW sind. In einem ersten Schritt soll das Unternehmen dann vor allem als Dienstleister für die IVW auftreten: "Diese nimmt nach wie vor die Zertifizierung der Daten vor", so Neuber, "während die Messung ausgelagert wird. Es kann ohnehin nicht Aufgabe eines gemeinnützigen Vereins wie der IVW sein, ein aufwendiges Rechenzentrum zu unterhalten." Mittelfristig soll jeweils die Hälfte der Umsätze des neuen Unternehmens von der IVW und aus sonstigen Aufträgen kommen.

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