Was Axel Springer aus Internationalisierung und Digitalisierung gelernt hat

Montag, 12. März 2012
Jens Müffelmann
Jens Müffelmann

Seit 2001 sind Internationalisierung und Digitalisierung bei Axel Springer neben dem klassischen Printgeschäft Teil der Strategie. 2011 hat das Unternehmen bereits ein Drittel seiner Erlöse im Ausland generiert, die Hälfte davon stammt aus digitalen Angeboten. Jens Müffelmann, Director Digital Investments bei Axel Springer, erklärte beim Digital Innovators' Summit des VDZ in Berlin, was das Unternehmen bislang gelernt hat.

1.) Mach erst deine Hausaufgaben, bevor du ins Ausland gehst. Das bedeutet auch, erst die Arbeit zuhause, im Kernmarkt, zu machen, betont Müffelmann. Wenn das Wachstum im Heimatmarkt noch sehr hoch ist, sollte man sich überlegen, ob eine Internationalisierung zu diesem Zeitpunkt sinnvoll sei - oder ob man nicht besser die Marktposition zuhause stärken sollte.

2.) Es gibt nicht nur eine Strategie für den Markteintritt. Während Axel Springer mit Kaufda sehr schnell internationalisiert hat, um Kopien zu vermeiden, wächst das französische Frauenportal Aufeminin international mit einem sehr zentralisierten Ansatz.

3.) Kenne entweder die Region oder das Geschäft - und am besten beides. Wenn man beides nicht kennt: Finger weg!

4.) Global denken, lokal handeln. Dabei sei es auch wichtig, auf schlanke Strukturen zu achten, so Müffelmann. Oft gebe es die Tendenz, große Strukturen aufzubauen und dann auf das Geschäft zu warten. Das sei jedoch falsch. Mit Zanox beispielsweise ist Axel Springer erst nach Brasilien expandiert, als der erste Vertrag mit einem großen Kunden unterschrieben war.

5.) Erwarte das Unerwartete und bleibe flexibel. Denn man könne zwar planen - aber dennoch werden Dinge schief gehen.

6.) Das Wichtigste: Menschen, Menschen, Menschen, denn selbst das innovativste Geschäftsmodell wird mit den falschen Leuten scheitern, so Müffelmann. sw
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