Warum sich Markus Lanz als Moderator von "Wetten, dass ..?" bewähren wird

Montag, 12. März 2012
Hat seine Chancen stets genutzt: Markus Lanz
Hat seine Chancen stets genutzt: Markus Lanz

Nach einer gefühlten Ewigkeit hat sich das ZDF auf Markus Lanz als neuen Moderator von "Wetten, dass ..?" festgelegt. Leicht wird es der gebürtige Südtiroler sicher nicht haben, die scheinbar riesigen Fußstapfen von Thomas Gottschalk auszufüllen. Doch ein Blick auf den Werdegang des 42-Jährigen zeigt, dass er mehr ist als nur ein gutaussehender Schwiegermutterliebling. Lanz hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet. Und wird sich auch als Moderator von "Wetten, dass ..?" bewähren. Markus Lanz größter Vorteil ist zugleich sein größter Nachteil: Er sieht gut aus. Da liegt der Verdacht nahe, allein sein Aussehen habe ihm zu einem Platz vor der Kamera verholfen. Lanz selbst ist die Problematik durchaus bewusst: "Du machst Dich als Mann, der nicht aussieht wie ein Eimer, immer der Doofheit verdächtig", sagte Lanz mal im Interview mit der "Bunten". Geschadet hat Lanz sein Aussehen sicherlich nicht. Doch wer ihn nur auf sein Äußeres reduziert, blendet absichtlich oder unabsichtlich zu viel aus.

Lanz hat sich trotz und nicht wegen seines Aussehens bis an die Spitze der deutschen TV-Unterhaltung durchgeboxt. Immer wenn sich ihm eine Chance bot, hat er sie genutzt. Nach einem Volontariat bei Radio Hamburg und seinen Anfängen als Nachrichtenmoderator im Regionalprogramm von RTL Nord vertrat der ab September 1998 Barbara Eligmann als Moderator des RTL-Magazins "Explosiv". Und machte seinen Job so gut, dass er fortan als fester Moderator eingesetzt wurde. Doch nicht nur das: Seit 2004 übernahm er zusätzlich die Redaktionsleitung der Sendung. Lanz kann also nicht nur Kärtchen ablesen - man kann davon ausgehen, dass er sie auch schreiben kann.

Auch beim ZDF, wohin er 2008 wechselte, nutzte er seine Chancen stets konsequent: Nachdem er mehrfach die damalige ZDF-Allzweckwaffe Johannes B. Kerner vertreten hatte, übernahm er 2008 zuerst dessen Kochsendung "Kerner kocht" und nach dessen Wechsel zu Sat 1 im Jahr 2009 schließlich auch die Talkshow von Kerner. Beide Sendungen sind bis heute erfolgreich -  was bei Sat 1 aus seinem Vorgänger wurde, ist hinlänglich bekannt.

Lanz ist bislang stets an seinen Aufgaben gewachsen - und hat sich damit immer für die nächste Stufe auf der Karriereleiter empfohlen. Nun ist er ganz oben angekommen in der deutschen TV-Unterhaltung. Ob er die ganz große Showbühne ausfüllen kann, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen.

Aber die Chancen stehen nicht schlecht. Einer aktuellen Studie des Berliner Unternehmens Celebrity Performance zufolge ist Lanz nach Günther Jauch und Thomas Gottschalk der drittbeliebteste Moderator in Deutschland. In punkto Vertrauen liegt er sogar noch vor seinem Vorgänger Gottschalk. In der Gesamtbewertung kommt Lanz nach Jauch und Gottschalk mit einer Zustimmung von 53,2 Prozent ebenfalls auf den dritten Platz. Eines dürfte Lanz seinem Vorbild Thomas Gottschalk sogar voraus haben: Die Fähigkeit, sich perfekt auf seine Gäste vorzubereiten und mit ihnen ein ernsthaftes Gespräch zu führen. dh
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