Warum der Witz von Joko & Klaas bei "Die Rechnung geht auf uns" nicht zünden wollte

Freitag, 14. Oktober 2011
Die Kandidaten mussten fiese Prüfungen bestehen, damit ihre Rechnung bezahlt wird
Die Kandidaten mussten fiese Prüfungen bestehen, damit ihre Rechnung bezahlt wird


Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sind derzeit das wohl gefragteste Moderatorenduo der Nation. Mit "Joko & Klaas: Die Rechnung geht auf uns" ging gestern bei Pro Sieben eine weitere Show mit dem eingespielten Team auf Sendung. Doch obwohl das Format den beiden Moderatoren auf den Leib geschnitten ist, wollte der Funke nicht so recht überspringen. Das Konzept:
In "Die Rechnung geht auf uns" begleichen Joko & Klaas unvorhergesehene Rechnungen der Kandidaten. Die Voraussetzung: Hinter der offenen Forderung muss eine absurde Geschichte stecken. Wie zum Beispiel die von Kandidat Stuart: Er hatte in seiner Kindheit Gitarrenstunden genommen, diese aber nie bezahlt. Nach 26 Jahren erreichte ihn schließlich die Rechnung, die inklusive Zinsen und Mahngebühren auf 478,34 angewachsen war. Kandidat Martin hatte gleich doppelt Pech: Erst soff ihm in einer überfluteten Unterführung das Auto ab, am nächsten wurde er in der U-Bahn kontrolliert - sein Monatsticket war allerdings mit dem Auto untergegangen. Zwei andere Kandidaten hatten unfreiwillig einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst, als sie, für einen Film als Gangster verkleidet, noch kurz in den Supermarkt gingen.

Alle Kandidaten bekamen die Chance, das Geld für ihre Rechnung zu gewinnen - sofern sie eine Prüfung bestehen, die sich Joko & Klaas passend zu ihrer Geschichte ausgedacht haben.

Die Prüfungen:
Die meisten "Challenges" bestanden aus mehr oder weniger originellen Geschicklichkeitsprüfungen: Kandidat Martin, dessen Auto untergegangen war, musste sich auf einem Bottich mit Newtonscher Flüssigkeit durch permanente Bewegung an der Oberfläche halten. Sobald er zu langsam wurde, drohte er unterzugehen. Die beiden Freunde, die unfreiwillig einen Polizeieinsatz ausgelöst hatten, bekamen die Chance, dieses Mal vor der Polizei zu flüchten und mussten sich rechtzeitig vor einem Polizeihund in Sicherheit bringen.

Die meisten Prüfungen folgten dabei, typisch bei Joko & Klaas, dem Prinzip Schadenfreude: Die Kandidaten wurden in möglichst absurde Situationen gebracht, in denen sie sich eigentlich nur zum Deppen machten konnten, ganz egal, ob sie die Prüfung bestehen oder nicht. Wer bereits bei "17 Meter" oder "Jackass" seinen Spaß hatte, konnte sich auch bei "Die Rechnung geht auf uns" köstlich amüsieren.

Die Moderatoren:
Eigentlich scheint "Die Rechnung geht auf uns" Joko & Klaas wie auf den Leib geschneidert. Absurde Geschichten, fiese Prüfungen, freche Sprüche - die Mischung passt. Dass der Funke aber trotzdem teilweise nicht recht überspringen wollte, lag ironischerweise auch an den Moderatoren selbst: Zwar moderierten Joko & Klaas „Die Rechnung geht auf uns" gewohnt souverän und mit spitzer Zunge - am besten funktionieren Joko & Klaas allerdings als Duo, dass sich permanent gegenseitig auf die Schippe nimmt. Und genau dazu hatten sie bei "Die Rechnung geht auf uns" kaum Gelegenheit: Nur selten standen das ungleiche Duo während der Show tatsächlich gemeinsam vor der Kamera. Meist begleitete nur einer von beiden jeweils einen Kandidaten bei seinen Prüfungen. Damit verspielte "Die Rechnung geht auf uns" leichtfertig das wohl größte Potenzial der Show: Den schlagfertigen Humor seiner Moderatoren.

Mit nur 10,8 Prozent Marktanteil war auch die Resonanz bei den jungen Zuschauern von 14 bis 49 Jahren nur mäßig. Man wird sehen, ob Pro Sieben der Show noch eine Chance gibt, oder ob "Die Rechnung geht auf uns" seinen Kredit schon mit der ersten Sendung verspielt hat. dh
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