Warum das Netz zur Krise des Qualitätsjournalismus führt

Donnerstag, 20. März 2008

Traditioneller Journalismus als Verlagsgeschäft lebt davon, dass Redaktion und Werbung einerseits sauber getrennt sind, andererseits Werbung die entscheidende Finanzierungsquelle für qualitativ hochwertige Nachrichten, Kommentare und Informationen ist. Das Internet, so die dramatische Kernaussage des US-Jahresberichts zur Lage der Neuen Medien, ist dabei, beide Prämissen aus den Angeln zu heben. Online-Werbung, so die Erkenntnis des „Projekts für Exzellenz im Journalismus", sei zwar ein Wachstumsmarkt. Doch die Werbung wandere nicht so schnell ins Internet wie die Konsumenten. Zitat aus dem Report:  „Nicht der Verlust des Publikums kennzeichnet die Krise des Journalimus aus. Als viel dramatischer wird sich erweisen, dass die Verbindung zwischen Werbung und Nachrichten gekappt wird."  Mit anderen Worten: Auf Dauer fehlen die Werbeeinnahmen, um guten Journalismus (und gute Journalisten) bezahlen zu können. Aus diesem Grunde müsse die Branche sehr viel aggressiver als bisher endlich neue Geschäftsmodelle auf die Beine stellen.

Die Frage ist nur: Wo sollen die neuen Geschäftsmodelle herkommen? Auch hierzulande wird man kaum einen Verlagsmanager finden, der frisch, fromm, fröhlich, frei prognostiziert, dass die Werbeumsätze im Netz die sinkenden Umsätze in Print so ohne weiteres kompensieren können. Paid Content, davon kann auch HORIZONT.NET ein Lied singen, ist nur für die wenigsten Verlage eine Alternative. Und die Preisschere zwischen 4c-Anzeigen und Web-Ads wird man auch künftig kaum schließen können.

Ein Vorschlag zur Erhöhung der Online-Werbeumsätze des Beratungsunternehmens Ernst & Young, wird in FAZ.net geschildert: Verlage sollen künftig nicht mehr Reichweite in nach TKP-Preisen vermarkten, sondern Google-ähnlich Bezahlung per Klick einführen.
PS.: Weitere Vorschläge können gerne unter "Kommentar schreiben" abgegeben werden.
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