Warum Tina Müller Henkel verlässt

Freitag, 06. Juli 2012
Tina Müller: Neuer Vorstandsjob bei Beiersdorf?
Tina Müller: Neuer Vorstandsjob bei Beiersdorf?


Die HORIZONT.NET-Meldung Mitte der Woche, dass Henkel-Vorzeigemanagerin Tina Müller den Düsseldorfer Kosmetikkonzern verlässt, hat in der gesamten Branche für Aufsehen gesorgt. Unbestätigten Medienberichten zufolge heuert Müller beim Henkel-Konkurrenten Beiersdorf an. Jetzt werden die Beweggründe für den Müller-Abgang allmählich klarer. Dass es zwischen Henkel und der Managerin zum Rosenkrieg kommen könnte, wie die "FTD" vermutet, ist aber mehr als unwahrscheinlich. Laut dem Kurzporträt von Tina Müller auf der Henkel-Website war Müller als Corporate Senior Vice President für das globale Haargeschäft und das internationale Gesichts- und Mundpflegegeschäft verantwortlich. Was auf der Site nicht steht: Dass die 43-Jährige jahrelang Henkel-CMO für den Haarpflegebereich war – eine Funktion, für die sie 2009 ausgezeichnet wurde und mit der sie auch beim beim Deutschen Medienkongress im Januar als Rednerin für Aufsehen sorgte.

Einen Monat später hat Henkel den CMO-Posten, nach Aussage eines Henkel-Sprechers, aufgegeben und die Gesamtverantwortung neu verteilt: Jens-Martin Schwärzler übernahm das internationale Marketing für Körper-, Haut- und Mundpflege, Marie Eve Schröder ist seither für die Marketingaufgaben im Bereich Haarkosmetik zuständig. Müller stieg ins operative Geschäft ein und kümmerte sich ums Retailgeschäft in Süd- und Westeuropa - den Bereich, den Schwärzler vor der Veränderung innehatte und der ihm jetzt wieder und zusätzlich zugefallen ist. Das  "Manager Magazin" berichtet, dass Müller Chancen auf einen Vorstandsposition bei Henkel gehabt hatte, was dann aber laut "MM" nicht klappte. 

Ein Unternehmenssprecher bestätigt gegenüber HORIZONT.NET , dass Müller das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen habe. Derzeit ist die 43-Jährige freigestellt, also formal noch dem Unternehmen verbunden.

Sollte es mit dem Wechsel zu Beiersdorf klappen, ist laut "FTD" geplant, dass Müller zunächst die Verantwortung für die Marke Nivea übernehmen soll. Wie HORIZONT.NET berichtete, soll sie auf absehbare Zeit einen Vorstandsposten erhalten. Der Chef des Kosmetikkonzerns Stefan F. Heidenreich baut sein Führungsteam derzeit um.

Wie die „FTD" meldet, sperrt sich Henkel gegen einen schnellen Einstieg seiner Ex-Marketingchefin bei der Hamburger Konkurrenz. Henkel beruft sich dabei auf eine Wettbewerbsklausel im Arbeitsvertrag. Denn, so die Wirtschaftszeitung, in Müllers Arbeitsvertrag sei festgelegt, dass ein Wechsel zu einem Konkurrenzunternehmen erst nach einer Übergangsfrist von mehr als einem Jahr möglich sei. Dass es zu einem Rosenkrieg kommen wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Lange Kündigungszeiten sind in der Industrie durchaus üblich - in der Positon, die Tina Müller innehatte, sowieso. Und auch die Topmanagerin wird nicht auf Streit aus sein - warum auch: Sie arbeitet seit 1995 beim Düsseldorfer FMCG-Konzern, verdankt Henkel ihre beachtliche Karriere. fo
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