Warum G+J beim Fußballmagazin "11 Freunde" einsteigt

Montag, 28. Juni 2010
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WM-Fieber? Gruner + Jahr Deutschland erwirbt rückwirkend zum 1. Juni 51 Prozent der Anteile von „11 Freunde", positioniert als „Magazin für Fußballkultur". Organisatorisch wird das Heft, zumindest auf den ersten Blick nicht zwingend nachvollziehbar, in der G+J-Verlagsgruppe Frauen/Familie/People unter Geschäftsführer Volker Breid eingegliedert. Die Vermarktung übernimmt G+J Media Sales. Das Kartellamt muss dem Kauf noch zustimmen. Derzeit halten die beiden Gründer und Herausgeber, Geschäftsführer Matthias Hörstmann und Chefredakteur Phillipp Köster, 75 beziehungsweise 25 Prozent der Anteile des „11 Freunde"-Verlags in Berlin. Nach dem Einstieg von G+J verbleiben 33,3 Prozent bei Hörstmann als Herausgeber. Köster hält künftig 15,7 Prozent und wird zusammen mit Nils Oberschelp, im Hauptjob Verlagsleiter von "Gala", die Geschäftsführung übernehmen.

„11 Freunde" erreicht monatlich eine verkaufte Auflage von 78.839 Exemplaren (IVW I/2010) zu einem Copypreis von 3,90 Euro. Das Magazin ist seit zehn Jahren auf dem Markt und beschäftigt sich, gerne auch humorvoll, mit Aspekten der deutschen und internationalen Fußballkultur abseits der Spielergebnisse. Der Jahresumsatz ist hoch siebenstellig. Zum Kaufpreis machen die Parteien keine Angaben.

Die Zusammenarbeit im Einzelnen: G+J vermarktet "11 Freunde" über seine männeraffine News-Linie. Außerdem übernimmt der Großverlag Funktionen wie Controlling, Finanzen und PR. Hörstmanns Intro-Verlag erbringt weiterhin Verlagsdienstleistungen für „11 Freunde", etwa Herstellung, Vertriebssteuerung, Marketing, IT und Vermarktung gegenüber Spezialkunden wie Fanshops. Beim Vertrieb ist man noch länger an Axel Springers Dienstleister ASV gebunden.

Doch wie passt das Heft ins G+J-Portfolio - und noch dazu in die Gruppe Frauen/Familie/People? Breid führt hier freimütig seine "persönliche Leidenschaft für Fußball und für den Titel ,11 Freunde'" ins Feld. Und natürlich wirtschaftliche Gründe: die stetig steigende Auflage des Titels und die Hoffnung, dass G+J noch mehr daraus machen und Umsätze und Bekanntheit steigern könnte - durch seinen Vermarktungsapparat mit Zugang zu großen Werbekunden und Agenturen, durch Kooperationen, durch professionelle Verlagsstrukturen. Mit anderen Worten: Er, Breid, habe die Idee gehabt, es rechne sich, die Vermarktung laufe sowieso zentral über G+J Media Sales - da könne er doch auch ein Blatt wie "11 Freunde" in seiner G+J-Frauengruppe einordnen. Und, ganz sportlich, den Umsatz dort konsolidieren. rp
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