Wall prüft Schadenersatz nach Decaux-Einstieg

Dienstag, 18. Dezember 2001

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wall AG, Hans Wall, hat sich überrascht und empört über den Einstieg des Hauptkonkurrenten JCDecaux in sein Unternehmen gezeigt. Die Franzosen haben vom Berlin Capital Fund (BCF) 11,1 Prozent an der Wall AG erworben. Der Verkauf sei unautorisiert, erklärte Wall. BCF ist eine Venture Capital Gesellschaft der Bankgesellschaft Berlin.

Die Wall AG prüft nun, ob Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können. Wall wertete den Verkauf als "ein Armutszeugnis, wenn Aktienpakete eines mittelständischen Unternehmens ohne Rücksprache verkauft werden können und darüber hinaus auch noch an den Hauptkonkurrenten." Die Beteiligung von Decaux habe keinen strategischen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen, sie sei keine strategische, sondern eine rein finanzielle Beteiligung, stellte Wall klar.

Die Bankgesellschaft Berlin habe ihr Aktienpaket für rund 38 Millionen Mark verkauft, sie hatte es ursprünglich für sieben Millionen Mark erworben. "Decaux scheint nervös geworden zu sein", so der Firmengründer weiter. Er sieht sich als Gewinner, sei er doch offensichtlich "die heiß begehrteste Aktie aller Außenwerber in Deutschland. Wir werden auf keinen Fall mit Decaux zusammenarbeiten."

Nach den Zuschlägen in Augsburg, bei der ECE-Gruppe und den Berliner Flughäfen sowie mit Blick auf die anstehenden Ausschreibungen im nächsten Jahr stellte Wall klar: "Wir wollen in Deutschland die Nummer 1 bei den City Light Postern auf kommunalen Grund und Boden werden." Wall bekräftigte, dass die Familie Wall ihre rund 70 Prozent an der AG nicht verkaufen oder verrringern werde. Außerdem hält Clear Channel International 20 Prozent.
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