Wall Street Journal: Angriff auf den deutschen Digitalmarkt

Mittwoch, 19. Oktober 2011
Robert Thomson, Chefredakteur des US-amerikanischen Wall Street Journal
Robert Thomson, Chefredakteur des US-amerikanischen Wall Street Journal

Das Gerücht hielt sich bereits seit Monaten, jetzt ist es offiziell: Wie HORIZONT.NET bereits Mitte August meldete, geht das Wall Street Jounal (WSJ) demnächst mit einem eigenen deutschsprachigen Onlineangebot an den Start. Die Website Wallstreetjounal.de wird  Anfang Januar 2012 online geschaltet, wie erwartet wird das Angebot aus exklusiven Nachrichten und Analysen aus der Wirtschaftswelt betehen. Neben dem Onlinekanal wird das Angebot auch für Mobile und Tablet verfügbar sein. Der Vorstoß ist Teil einer globalen digitalen Expansionsstragie des zum Murdoch-Konzern gehörenden WSJ und wird unter der News-Corp-Tochter Dow Jones angesiedelt. "Deutschland ist eine weltweit führende Wirtschaftsmacht und die Bedeutung des Landes in unserer immer komplexer werdenden Welt nimmt ständig zu", sagt Robert Thomson, Editor-In-Chief, Dow Jones & Company und Managing Editor, Wall Street Journal. „Unsere deutschen Leser stellen zweifellos ganz besondere Ansprüche an unsere Berichterstattung." Entgegen früherer Annahmen wird der Content nicht nur gratis zur Verfügung stehen, sondern kostenpflichtige Bereiche enthalten.

Für die Inhalte wird auf das US-Mutterblatt und das globale Netzwerk von Dow Jones zurückgegriffen. Leiten wird das Projekt Knut Engelmann als Managing Editor Deutschland, Newswires und Wall Street Journal Deutschland. In den vergangenen 16 Jahren war Engelmann bei Thomson Reuters tätig, zuletzt als Wall Street Editor und Global Company News Editor mit Sitz in New York. Zuvor leitete er von Frankfurt aus die Reutersredaktionen in Deutschland, der Schweiz, Österreich sowie dem Balkan.

Der Markteintritt steht unter schwierigen Vorzeichen: In den vergangenen Monaten ist der Murdoch-Konzern durch den Abhörskandal in England und die erst vergangene Woche erhobenen Vorwürfe von Auflagenmanipulationen kaum aus den Schlagzeilen gekommen. Zudem lässt die Entwicklung der bereits vorhandenen Angebote deutscher Tageszeitungen wie Handelsblatt.de und FTD.de nicht gerade den Schluss zu, schnell profitabel wirtschaften zu können. son 
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