Wahlberichterstattung im Netz – So informieren sich die Entscheider

Mittwoch, 26. August 2009
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Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom informieren sich 77 Prozent der deutschen Wähler unter 21 Jahren im Internet über Politik. Bei der Gesamtbevölkerung sind es immerhin 55 Prozent. Die wachsende Bedeutung des Internets wollen die klassischen Medien in der aktuellen Wahlkampfberichterstattung für sich nutzen. "Wenn wir mehr Zuschauer erreichen wollen, müssen wir mehr tun, als nur über TV zu kommunizieren", sagt Eckart Gaddum, Leiter Hauptredaktion Neue Medien beim ZDF, gegenüber HORIZONT.NET. Daher bauen die klassischen Medien derzeit ihre Präsenz im Netz aus - einmal durch eigene Online-Specials aber auch durch Kooperationen mit Social Networks. Auch unabhängig von klassischen Medien buhlen soziale Netzwerke mit eigenen Angeboten um Politikinteressierte.

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Für die Entscheider aus der Medien- und Marketingwelt spielen neben den Web-Auftritten klassischer Medien auch zunehmend internetoriginäre Informationsplattformen zum Wahlkampf eine Rolle. In der Umfrage von HORIZONT.NET wurde beispielsweise mehrfach die Website Wahl.de genannt, die von der Berliner Medienagentur Compuccino betrieben wird. Genannt werden auch Youtube, Facebook und Twitter. bn

Lesen Sie im folgenden auf welchen weiteren Websites sich die Führungskräfte aus der Medien-, Marketing- und Werbebranche über den Wahlkampf auf dem Laufenden halten.
Arne Flick
Arne Flick

Arne Flick, Gründer und Geschäftsführer Rio Nord, Hamburg

Ich mache mir die Mühe und schlage auf den Webseiten der relevanten Parteien das Wahlprogramm nach. Nur dort kann ich alle relevanten Inhalte des Parteiprogramms einsehen. Was mir gefällt ist Gehnichthin.de - eine gelungene satirische Aufarbeitung des Themas Wahlverzicht samt Blog. Ansonsten noch "Open Reichstag" auf Youtube. Die Seite bietet gute Hintergrundinformationen im Videoformat, darunter auch Clips direkt von Politikern, Medienleuten und Prominenten. Und wenn der Wahl-o-mat am 4. September startet, werde auch ich ihn nutzen. Er bietet eine gute Möglichkeit, anhand von Sachfragen eine Antwort auf meine Frage "Wen wähle ich?" zu finden.

Stephan Fruth
Stephan Fruth

Stephan Fruth, Geschäftsführer Soup Film, Berlin

Ich informiere mich nicht auf irgendwelchen Internetseiten zum Wahlkampf. Meine politische Meinung wurde mir durch meine Eltern in die Wiege gelegt. Wenn ich was anderes wählen würde als das, was meine Eltern gewählt haben, würde ich mir, obwohl beide tot sind, wie ein Verräter vorkommen.

Peter Lewandowski
Peter Lewandowski

Peter Lewandowski, Chefredakteur Gala, Hamburg

Im Zeitalter von iPhone und Apps informiere ich mich mehrmals am Tag bei "SZ", "Taz", "Welt", "Zeit", "Spiegel" und "Stern" über brandaktuelle politische Nachrichten. Sie sind so etwas wie ein Appetitanreger für die Morgenlektüre der "Süddeutschen Zeitung".

Volker Wasmuth
Volker Wasmuth

Volker Wasmuth, Chefredakteur N-TV, Köln

Meine Lieblingssite im Wahlkampf ist Election.de. Nur einen Klick entfernt gibt es hier eine Vielzahl von wissenswerten Polit-Infos: die aktuellsten Umfrageergebnisse aller Meinungsforschungsinstitute zur Stimmungslage vor der Bundestagswahl oder die Umfrageergebnisse in den Bundesländern - sehr hilfreich wenige Tage vor den Landtagswahlen. Auch unser eigenes Online-Angebot unter N-TV.de ist sehenswert.

Tobias Uffmann
Tobias Uffmann

Tobias Uffmann, Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Medienfabrik Gütersloh

Sehr spannend finde ich die Website Wahlrecht.de. Dort werden die neusten Umfragen der großen Institute veröffentlicht. Außerdem kann man sich die Sonntagsfrage für einzelne Bundesländer und für Landtagswahlen anschauen. Trends und Stimmungen in der Bevölkerung lassen sich so vor der Wahl gebündelt ablesen.

Tobias Bartenbach
Tobias Bartenbach

Tobias Bartenbach, CEO Bartenbach, Mainz

Einen guten und parteiübergreifenden Überblick bietet Wahl.de. Die Einträge vermitteln ein aktuelles Bild über Parteien, Politiker, Themen und Stimmungen. Außerdem ist es spannend, live dabei zu sein, wie der deutsche Online-Wahlkampf, der ja noch in den Kinderschuhen steckt, seine ersten Schritte macht.

Ken Marco Gitzen
Ken Marco Gitzen

Ken Marco Gitzen, Managing Director Eye Wonder, Hamburg

Wer sich wie ich vor allem im Web über die Wahl informiert, besucht am besten die Nachrichtenseiten der klassischen Medien. Mein klarer Favorit ist Wahl.tagesschau.de. Sehr ausführlich, die Inhalte umfassend und alles sachlich kompetent.

Christian Zimmer
Christian Zimmer

Christian Zimmer, Managing Director Isobar Germany, Wiesbaden

Für mich findet der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 aktuell gefühlt noch gar nicht statt, daher sind es die Newssites wie Welt Online, Spiegel Online, Stern.de etc., bei denen ich, bei der täglichen Nutzung, Informationen über den Wahlkampf bekomme. Aus rein beruflicher Sicht, jedoch mit einem stark eingeschränkten Nutzwert/Informationsgehalt für meine Wahlentscheidung, nutze ich natürlich auch Seiten wie Twitterwahl.de, und Youtube.

Sevan Kartun
Sevan Kartun

Sevan Kartun, Geschäftsführer Ruhrgold - Werbung & Kommunikation, Essen

Im Superwahljahr 2009 informiere ich mich vorrangig auf zwei Webseiten über den Wahlkampf. Zum einen auf Spiegel.de zwecks übersichtlicher und unabhängiger Berichterstattung. Hinzu kommt die Website Wahl.de, die zum Teil aufgebaut ist wie ein Mix aus Twitter und Blog. Sie misst und bewertet die Online-Aktivität von Parteien und Politikern, zeigt also welche Politiker sich aktiv mit dem Medium Interne auseinandersetzen und beispielsweise bei Facebook auf Stimmenfang gehen - ebenfalls einen Blick wert.
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