WPP-Tochter Santamaria verliert alle Chefs

Montag, 16. März 2009
Gehen: Norman Störl, Joachim Fuchs und Holger Bultmann (v.l.)
Gehen: Norman Störl, Joachim Fuchs und Holger Bultmann (v.l.)

Die Hamburger Agentur Santamaria steht ohne Geschäftsführung da. Die beiden Mitinhaber Norman Störl und Holger Bultmann sowie Co-Geschäftsführer Joachim Fuchs werden die WPP-Agentur verlassen. Als Grund für ihren Abschied nennen die drei "unterschiedliche Ansichten über die Ausrichtung des Unternehmens zwischen dem Mehrheitsgesellschafter WPP und ihnen". Offenbar waren nicht zuletzt die finanziellen Vorstellungen der Holding nicht kompatibel mit denen des Managements. "Wir haben gemerkt, dass es sich um zwei Systeme handelt, die nicht richtig zueinander passen und daraus unsere Konsequenzen gezogen", erklärt Noch-Geschäftsführer Fuchs. WPP hält 51 Prozent der Anteile. Ein angedachter Management Buyout ist nicht zustande gekommen.

Wie es mit der Agentur weitergehen soll, die unter anderem für Mitsubishi, Ritter Sport, Molkerei Müller und Hermes arbeitet, ist offen. "Über die weitere Zukunft der Agentur ist noch keine Entscheidung gefallen", heißt es offiziell. Santamaria wurde im Mai 2005 gegründet und beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiter. Eine Fortführung käme aber überraschend. Insider halten eine Liquidierung für die wahrscheinlichste Variante.

Die Zahlen der Agentur werden bei JWT Germany konsolidiert. Offenbar sind bereits Gespräche mit Ziel angelaufen, die Mandate in der Gruppe beziehungsweise bei WPP zu halten. Insider gehen aber davon aus, dass das schwierig werden dürfte. JWT-Chef Martin Wider weist von sich aus auf die drohenden Konkurrenzkonflikte hin. So betreut JWT Mazda und Nestlé Schokoladen, Santamaria Mitsubishi und Ritter Sport. Auch hinsichtlich Müller Milch ist nicht davon auszugehen, dass der Kunde gehalten werden kann. Das Unternehmen setzt nicht auf Networkagenturen. mam  
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