WPP-Chef Martin Sorrell patzt im Interview mit Capital

Donnerstag, 30. Juni 2011
WPP-Chef Martin Sorrell (Foto: Cannes Lions)
WPP-Chef Martin Sorrell (Foto: Cannes Lions)

Martin Sorrell, Chef der weltgrößten Werbeholding WPP, steht in dem Ruf, ein Zahlen- und Fakten-Freak zu sein. Spötter sagen ihm nach, man könne ihn nachts um drei aus dem Bett klingeln und nach dem Bruttoinlandsprodukt von Bangladesch fragen – und bekomme die richtige Antwort. Um so erstaunlicher ist der Lapsus, der Sir Martin jetzt in einem Interview mit "Capital" unterlaufen ist. Dort erklärt der 66-Jährige, dass er seiner deutschen Neuerwerbung Commarco (unter anderem Scholz & Friends) ihre Unabhängigkeit lassen werde. Dagegen habe BBDO die Übernahme von Springer & Jacoby (S&J) schlecht gemanagt, weil die Agentur voll integriert wurde. Das Problem: BBDO hat Springer & Jacoby nie übernommen – geschweige denn voll integriert. Auf Nachfrage von HORIZONT, wie er darauf komme, setzt Sorrell noch einen drauf. Er könne sich nicht erinnern, BBDO gesagt zu haben, er meine DDB.

Hier gibt es jedoch wieder ein Problem: Auch DDB hatte nichts mit S&J zu tun. Die Agentur wurde im Herbst 2006 durch die damalige Avantaxx-Gruppe (Lutz Schaffhausen) übernommen. Mehrheitsgesellschafter von S&J war davor die US-Werbeholding Interpublic. Die einstige deutsche Vorzeigeagentur hatte im vorigen Jahr Insolvenz angemeldet. mam
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