WDR passt Internetangebot an Rundfunkstaatsvertrag an

Freitag, 29. Mai 2009
Drei-Stufen-Test für Websites, Videotext und WDR-Hörfunkchannels
Drei-Stufen-Test für Websites, Videotext und WDR-Hörfunkchannels

Der Westdeutsche Rundfunk wird sein Internetangebot zum 1. Juni überarbeiten. Damit setzt er die neuen Bestimmungen des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags um, der zu diesem Datum in Kraft tritt und der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten im Internet engere Grenzen setzt. Die neuen gesetzlichen Vorgaben haben unter anderem Auswirkungen auf den zeitlichen Verbleib von Inhalten im Netz. So sollen etwa aktuelle Video-Angebote wie beispielsweise "Aktuelle Stunde" oder "Lokalzeit" künftig lediglich sieben Tage im Netz abrufbar bleiben, Sendungen von Sport-Großereignissen aufgrund der Rechtelage nur 24 Stunden lang. Magazine, Dokumentationen und Reportagen sollen wegen ihrer publizistischen Bedeutung bis zu zwölf Monate im Netz auffindbar sein, serielle Angebote und Mehrteiler bis zu sechs Monate nach Ausstrahlung der letzten Folge. Daneben soll es zeitlich unbefristete Archive mit zeit- und kulturgeschichtlichen Inhalten geben.

Ebenfalls Teil der neuen gesetzlichen Regeln ist die so genannte Negativliste, die eine Reihe konkreter Verbote ausspricht. So wird der WDR beispielsweise seine Urteilsdatenbank der Sendung "ARD Ratgeber Recht" und das virtuelle Tierheim des WDR Fernsehens aus dem Netz nehmen. Auch der Glückwunsch-Service des Videotextes darf wegen der neuen Rechtslage nach dem 31. Mai nicht mehr angeboten werden. Zu diesem Termin wird auch der Service "1 Live Liebesalarm" mit Beiträgen zu Partnerschaft und Sexualität eingestellt. Nicht mehr erlaubt sind künftig zudem zahlreiche Link-Übersichten auf den Websites sowie eine ganze Reihe von Spielen.

Darüber hinaus wird der Rundfunkrat die Websites, den Videotext und die WDR-Hörfunkchannels im Internet einem Drei-Stufen-Test unterziehen, um zu prüfen ob sie dem öffentlich-rechtlichen Auftrag entsprechen und inwiefern sie wettbewerbsverzerrend sind. Das Verfahren wir voraussichtlich bis Sommer 2010 dauern. bn
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