WAZ verschärft Sparkurs drastisch

Freitag, 24. Oktober 2008
Bodo Hombach muss massiv einsparen
Bodo Hombach muss massiv einsparen

Der Sparkus der Essener WAZ-Gruppe hat drastische Folgen für die Zeitungen in Nordrhein-Westfalen. Nach Informationen der „Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen, erscheinen die vier NRW-Titel des Verlags ab heute nur in reduziertem Umfang. Bis auf weiteres sollen "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", "Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung", "Westfälische Rundschau" und "Westfalenpost" nur mit 32 Seiten statt mit rund 38 Seiten gedruckt werden. Vom Rückgang sind vor allem Sonderseiten und nicht-redaktionelle Teile betroffen, so WAZ-Sprecher Paul Binder. Die Redakteure erfuhren von der Entscheidung erst gestern Nachmittag.

Die Titel des Hauses in Nordrhein-Westfalen sollen rund 30 Millionen Euro einsparen. Neben dem reduzierten Umfang könnten noch weitere harte Einschnitte anstehen: Christian Nienhaus, der Anfang Juli von Axel Springer als Geschäftsführer zur WAZ wechselte, hatte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" bereits die Suche nach Effizienzsteigerungen ankündigt. So überlegt die WAZ aktuell wohl auch, die Redaktionen der vier Titel enger zusammenzuführen. Mit einer ähnlichen Strategie hatte Axel Springer die defizitäre „Welt" im Verbund mit „Welt am Sonntag" und „Berliner Morgenpost" in die schwarzen Zahlen geführt.

Wie die künftige Strategie aussieht, wird auch maßgeblich Harald Wahls mitbestimmen, der vom Holtzbrinck-Vermarkter GWP als Verlagsgeschäftsführer für den Bereich NRW zur WAZ wechselt. In dieser neu geschaffenen Funktion trägt er die kaufmännische Verantwortung für die Titel. Noch steht allerdings nicht fest, wann er nach Essen wechseln wird. pap
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