WAZ-Übernahme: Grünes Licht für den Machtwechsel

Freitag, 16. Dezember 2011
In einem Sondertreffen soll heute der Machtwechsel bei der WAZ eingetütet werden.
In einem Sondertreffen soll heute der Machtwechsel bei der WAZ eingetütet werden.


Der Machtwechsel bei der WAZ steht kurz bevor. Nach Monaten hat der Testamentsvollstrecker jetzt grünes Licht gegeben: Petra Grotkamp kann den Zeitungskonzern übernehmen. Laut "Manager Magazin" werden die Vorbereitungen dazu am heutigen Freitag auf einem Sondertreffen abgeschlossen. Der Eigentümerwechsel bei dem Essener Zeitungskonzern zieht sich mittlerweile wesentlich länger hin als erwartet. Eigentlich wollte Petra Grotkamp, Tochter des WAZ-Mitgründers Jakob Funke und Ehefrau des früheren WAZ-Chefstrategen Günther Grotkamp, die Verhandlungen schon im Oktober abschließen. Während sie die Enkel des zweiten Gründers Erich Brost auskaufen wollte, meldete sich ein weiterer Interessent: Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner. Er machte den beiden Familienstämmen Funke und Brost, die den Konzern paritätisch regieren, ein Kaufangebot - und taxierte den Wert der WAZ-Gruppe auch gleich noch 50 Prozent höher: 1,4 Milliarden Euro für den gesamten Konzern. Petra Grotkamp hatte Ende August insgesamt 940 Millionen Euro angesetzt. Döpfner dementierte. Er habe lediglich eine Bewertung abgegeben.

Am heutigen Freitag scheint nun erneut Bewegung in den geplanten Machtwechsel zu kommen. Bei einer Sondersitzung der Funke Familiengesellschaft, in der sich Funkes Nachfahren organisiert haben, soll die Bindung der WAZ-Anteile gelockert oder sogar gänzlich aufgehoben werden, schreibt das "Manager Magazin". Testamentsvollstrecker Peter Heinemann habe  seine Prüfung abgeschlossen und das Geschäft genehmigt. Der äußert sich zurückhaltend: "Funke-Interna kenne ich nicht. Ich kann sie deshalb auch nicht kommentieren. Im Übrigen weise ich darauf hin: Verträge sind erst mit Unterschrift gültig. Bislang liegt ein unterschriftsreifer Vertrag nicht vor." Seit Monaten liegt der Fall bei dem Anwalt aus Essen zur Entscheidung, da die Brost-Enkel erst 2015 über ihr Erbe verfügen dürfen. kl
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