WAZ muss 40 Prozent der Ostthüringer Zeitung verkaufen

Dienstag, 02. Dezember 2003

Das Bundeskartellamt hat der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ") eine Frist zum Verkauf von Anteilen am Ostthüringer Zeitung Verlag ("OTZ") gesetzt. Die WAZ müsse 40 Prozent der OTZ-Anteile innerhalb einer nicht näher genannten Frist an einen unabhängigen Dritten veräußern, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Falls die WAZ der Anordnung nicht folge, werde das Kartellamt einen Treuhänder bestellen, der den Verkauf für Rechnung der WAZ vornehme. Die WAZ wollte sich zunächst nicht zur Anordnung der Behörde äußern.

Die WAZ hatte nach Angaben der Wettbewerbshüter Ende 1995 von der Verlagsgruppe Rhein-Main deren 40-Prozent-Anteil an der "OTZ" erworben und damit 100 Prozent erhalten. Obwohl dies einen kontrollpflichtigen Zusammenschluss darstellte, sei der Erwerb nicht beim Kartellamt angemeldet worden. Nach Bekanntwerden des Vorgangs untersagte das Kartellamt im Januar 2000 der WAZ, diese 40 Prozent zu übernehmen, da es "zur Verstärkung marktbeherrschender Stellungen der WAZ-Gruppe und der OTZ auf Lesermärkten für regionale Abonnement-Tageszeitungen und auf Anzeigenmärkten im Verbreitungsgebiet der Ostthüringer Zeitung und der Thüringer Allgemeine" komme.

Die WAZ sei deshalb vor Gericht gegangen und habe zuletzt im Dezember 2001 beim Bundesgerichtshof keinen Erfolg gehabt. Daraufhin habe die WAZ zugesagt, die erforderlichen Schritte zur Entflechtung selbst einzuleiten. Bis zum heutigen Tag habe die WAZ jedoch keine geeigneten Schritte ergriffen. nr
Meist gelesen
stats