WAZ-Zeitschriftenchef Braun: Branche droht 20 Prozent Anzeigenminus

Mittwoch, 16. September 2009
WAZ-Manager Manfred Braun: Das Anzeigenminus 2009 liegt bei durchschnittlich netto 20 Prozent
WAZ-Manager Manfred Braun: Das Anzeigenminus 2009 liegt bei durchschnittlich netto 20 Prozent

Anti-Krisenstimmung verbreiten die Verlagsmanager und der Grosso-Vorstand zum Ende der  Jahrestagung des Bundesverbands Presse-Grosso (BVPG) in Baden-Baden. „Ich halte nichts davon, auf das Krisengejammer einzugehen", sagt Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Verbands. Key-Note Speaker Bernd M. Michael plädiert dafür, statt Krise „Die neue Realität" ins Vokabular aufzunehmen. Wie die aussieht, darüber hatte der Verband die Mitglieder und die Öffentlichkeit gestern informiert: Einem Absatzminus von rund 8 Prozent im ersten Halbjahr 2009 steht ein Umsatzminus von 2 Prozent gegenüber. Das Anzeigenminus beziffert WAZ-Manager Manfred Braun in diesem Jahr auf durchschnittlich netto 20 Prozent. Dass die Werbeumsätze in Print nach der Konjunkturflaute wieder anziehen, bezweifelt Burda-Vorstand Philipp Welte: „Das ist illusorisch."

Dennoch verbreiteten die Printmanager Optimismus. „Der Abgesang auf Print ist falsch", so „Bild"-Chefredakteur Kai Anti-Krisenstimmung verbreiten die Verlagsmanager und der Grosso-Vorstand zum Ende der  Diekmann. Stattdessen müsse der Einzelverkauf gestärkt werden, bei der Preisgestaltung sei noch „Luft nach oben". In vergangenen Jahr haben diverse Titel ihren Copypreis erhöht - was auch ein Grund für die vergleichsweise geringen Umsatzeinbußen sein dürfte. Auch Braun ist überzeugt, dass es in Zukunft hochrentable, neue Titel geben wird - allerdings nicht mehr „Schlachtschiffe" mit Auflagen in Millionenhöhe, sondern Titel mit Auflagen von 300.000 bis 400.000 Exemplaren.

Ob im Einzelverkauf die Sichtbarkeit der auflagenstarken Zeitschriften durch eine Platzierung entsprechend ihres jeweiligen Marktvolumens verbessert werden muss, darüber besteht Uneinigkeit. „Eine Platzierung nach Volumen ist nicht möglich", so BVPG-Chef Nolte. Die größeren Titel hätten aber schon jetzt eine bessere Sichtbarkeit, zum Beispiel durch Zweitplatzierungen. Der Verband stütze den Einzelhandel zudem mit Vertriebsmarketingmaßnahmen. se
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