WAZ-Gruppe plant Zukäufe und weitere Content-Desks

Montag, 26. Januar 2009
WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach
WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach

Trotz eines harten Sparkurses bei den Tageszeitungen im Ruhrgebiet plant die Essener WAZ Mediengruppe in diesem Jahr einige Zukäufe. "Wir sind sehr daran interessiert, uns im regionalen Zeitungsmarkt breiter aufzustellen", sagte Geschäftsführer Bodo Hombach bei einer Pressekonferenz. Auch beim Auslandsgeschäft sieht er Chancen für Investitionen. Bereits jetzt ist die WAZ-Gruppe in Ländern wie Kroatien, Serbien, Mazedonien, Bulgarien und Russland aktiv. Große Hoffnungen setzt Hombach vor allem in Vietnam. Thema Nummer 1 ist in dem Medienhaus aber weiterhin die Umstrukturierung der Titel in Nordrhein-Westfalen. Rund 275 der 900 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, um das Sparziel von 30 Millionen Euro zu erreichen. Wie diese Stellen möglichst sozialverträglich abgebaut werden können, wird derzeit intern diskutiert. Laut Hombach und seinem Co-Geschäftsführer Christian Nienhaus hat der Betriebsrat der Unternehmensführung Ende vergangener Woche Vorschläge unterbreitet. Noch wollen die Verlagschefs keine Details nennen, da intern ein Schweigegelübde vereinbart wurde. Allerdings wertet Hombach das Papier des Betriebsrates als "extrem vernünftig und konstruktiv". Innerhalb der nächsten sechs Wochen soll eine finale Lösung erarbeitet werden.

Um die Berichterstattung trotz der dramatischen Kürzungen zu garantieren, werden die Redaktionen der drei Ruhrgebietszeitungen "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", "Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung" und "Westfälische Rundschau" zu Content-Desks zusammengelegt. Dieses Beispiel könnte innerhalb des Konzerns schon bald Schule machen. So arbeitet auch die Zeitungsgruppe Thüringen mit den Titeln "Thüringer Allgemeine", "Ostthüringer Zeitung" und "Thüringische Landeszeitung" an einem ähnlichen Modell, um Synergien herzustellen. Hombach: "Wir sind offen für den Erfahrungsaustausch." bn
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