WAZ-Gesellschafter kritisieren Bildartikel als Störfeuer

Freitag, 23. August 2002

Unter den Gesellschaftern des Essener Medienkonzerns WAZ tobt ein Familienkrieg, berichtet die "Bild"-Zeitung. Der Familienclan um den langjährigen Verleger Günther Grotkamp empöre sich über den "dramatischen Linksruck" der WAZ-Zeitungen. Mit der Berufung von SPD-Politiker Bodo Hombach in die Geschäftsführung habe sein Mitgesellschafter Erich Schumann die politische Richtung der WAZ "brutal noch weiter nach links" getrimmt.

In einem Dossier, so die Boulevardzeitung "Bild", solle Grotkamp bereits Informationen über Hombach, insbesondere über dessen vermeintliche Finanzaffären, zusammengestellt haben. Der Gesellschafterkreis der WAZ-Gruppe wertet diesen Bericht in einer offiziellen Presseerklärung als Versuch der Einflussnahme auf die Unternehmenspolitik.

In der Erklärung heißt es: "Die Gesellschafter und die geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe denken zurzeit darüber nach, ob es zweckmäßig sein könnte, sich um das Aktienpaket zu bemühen, das eine Kirch-Gesellschaft an dem Axel-Springer-Verlag hält. Die Gesellschafter bewerten den Artikel in der "Bild"-Zeitung als einen aufgeregten Versuch des Axel-Springer-Verlags, diese Überlegungen selbst mit Mitteln der Diskreditierung zu beeinflussen. Dieser Versuch ist untauglich"
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