WAZ-Chef Nienhaus lehnt neue Verhandlungen mit ARD und ZDF ab

Montag, 07. Mai 2012
"Befremdet" über die Erklärung von Thomas Bellut: WAZ-Chef Christian Nienhaus
"Befremdet" über die Erklärung von Thomas Bellut: WAZ-Chef Christian Nienhaus


Zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und den Zeitungsverlagen droht im Streit über die Apps von ARD und ZDF offenbar eine neue Eiszeit. Momentan schieben sich ZDF-Intendant Thomas Bellut und WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus per Pressemitteilung den schwarzen Peter hin und her, warum die Gespräche im App-Streit derzeit auf Eis liegen.   Am Freitag hatte das ZDF verbreitet, Intendant Bellut sei irritiert darüber, dass Nienhaus öffentlich und einseitig das Ende der Verhandlungen zwischen ARD, ZDF und BDZV über eine gemeinsame Erklärung verkündet habe.

Der WAZ-Chef konterte am Montag, Belluts Vorgänger Markus Schächter sei von der Wort für Wort abgestimmten Gemeinsamen Erklärung später wieder abgerückt. Daher sei die Erklärung des neuen ZDF-Intendaten, er warte auf einen neuen Verhandlungstermin "völlig unverständlich".  

Die Verhandlungen seien nicht von den Verlegern für beendet erklärt worden, betont Nienhaus, vielmehr hätten die Intendanten von ARD und ZDF die Verhandlungsergebnisse immer wieder in Frage gestellt und den bereits verabredeten Termin zur Unterzeichnung der "Gemeinsamen Erklärung" abgesagt. Neue Verhandlungen über die "Gemeinsame Erklärung" lehnt Nienhaus daher ab.

Damit wird der Streit über die Tagesschau-App der ARD wohl wieder vor Gericht landen. Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich die Verleger mit ARD und ZDF zunächst auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter seien aber von dem Verhandlungsergebnis wieder abgerückt, so der Vorwurf der Zeitungsverleger. Sie wollen daher an ihrer Klage gegen die Tagesschau-App der ARD festhalten. dh
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