Voting: Sender wollen weiter über Olympische Spiele berichten

Freitag, 28. März 2008
Weltweite Proteste lassen Zweifel an Olympia aufkommen (Foto: DPA)
Weltweite Proteste lassen Zweifel an Olympia aufkommen (Foto: DPA)

Trotz der Unruhen in Tibet lehnen die öffentlich-rechtlichen Sender vorerst einen Fernseh-Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking ab. "Drohungen im Vorfeld bringen nichts", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender gegenüber dem Deutschlandfunk. Man werde "neu nachdenken", falls das chinesische Fernsehen während des Events Bilder manipuliere oder zensiere. Senderintern bereite man sich auf dieses Szenario bereits vor.

Sponsoren wollen weitermachen

Die Partner der 29. Olympischen Sommerspiele sehen sich nicht in der Verantwortung für die politischen Konflikte und äußern sich ablehnend gegenüber einem Rückzug ihrer Aktivitäten im Rahmen des Sportereignisses. Coca-Cola hat "keine Pläne" seine Aktivitäten zu ändern, auch Samsung lässt vorsorglich erklären, die Olympischen Spiele seien nicht der geeignete Anlass für Demonstrationen. Auch die US-Zentrale von Mc Donald's, ein langjähriger Partner, sieht keine Notwendigkeit für einen Rückzug. Ebenso will Volkswagen, ein weiterer Fackellauf-Sponsor, am geplanten Engagement festhalten. Lösungen in dem Konflikt zu finden sei nicht die Aufgabe der sportlichen Plattformen und ihrer Sponsoren, heißt es beim Unternehmen. Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 13/2008, die am 27. März erschienen ist.

Auch bei der ARD beobachtet man die Entwicklung im Land genau: "Wir werden - nach heutigem Stand der Dinge - über die Wettkämpfe berichten. Nachdem sich auch die Bundesregierung und der Deutsche Olympische Sportbund gegen einen Boykott entschieden haben, gehen wir davon aus, dass die ARD ebenfalls nach China geht und über die Spiele berichtet", erklärt NDR-Sportchef Axel Balkausky gegenüber Tagesschau.de. Sofern es die Situation erfordere, würde man gegebenenfalls neu über einen Boykott entscheiden.

Ähnlich denken offenbar die ausländischen Sender über die Situation. France Télévisions hat laut "SZ" angekündigt, die Berichterstattung über die Olympischen Spiele zu boykottieren, falls Peking Berichte oder Bilder über mögliche Demonstrationen zensiere oder verändere.
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