Vor Gericht: JCDecaux gewinnt in Hamburg gegen Ströer

Freitag, 06. Juli 2012
Hamburger City Light Boards sind fest in der Hand von JCDecaux
Hamburger City Light Boards sind fest in der Hand von JCDecaux

Erfolg für JCDecaux und ein wegweisendes Urteil in der Außenwerbung: Das Landgericht Hamburg hat dem weltgrößten Außenwerber sämtliche City Light Board-Standorte auf städtischem Grund zugesprochen. Damit hat sich JCDecaux gegen Konkurrent Ströer durchgesetzt, der in der Hansestadt unter Berufung auf ein in früheren Verträgen erhaltenes Eintrittsrecht eine Aufteilung der Standorte bewirkt hatte. Ströer hat Berufung gegen das Urteil angekündigt. Obwohl JCDecaux im Jahr 2007 im Rahmen der Neuvergabe der Werberechte den Zuschlag für bis zu 140 City Light Boards mit bis zu 840 Werbeflächen in Hamburg erhalten hatte, musste das Unternehmen aufgrund der sogenannten Eintrittsklauseln 85 Standorte an Ströer abtreten - für den Gewinner der neuen Ausschreibung blieben zunächst nur 55. Zu Unrecht, wie nun das Landgericht Hamburg festgestellt hat. Im Vorfeld hatte bereits das Bundeskartellamt die Kartellrechtswidrigkeit und damit generell die Nichtigkeit von Eintrittsrechten begründet, die bis dato gängige Praxis in der Außenwerbung waren.

Die Folgen für Ströer: Die Werbeträger in Hamburg müssen beseitigt und die Standorte an JCDecaux übergeben werden. Laut dem Kölner Unternehmen habe das Urteil allerdings nur geringe operative und finanzielle Auswirkungen, da nur etwa zwei Prozent der über 4000 von Ströer betriebenen Werbeträger in Hamburg betroffen seien. kl
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