Vom Plakat ins Internet: Der Verbraucher fremdelt noch

Montag, 17. Juni 2013
Zum Launch des "Green Day"-Albums ermöglichte VCCP das Vorabhören der Songs über Plakate
Zum Launch des "Green Day"-Albums ermöglichte VCCP das Vorabhören der Songs über Plakate


Der Weg vom Plakat ins Internet ist holprig. Laut einer gemeinsamen Studie des Fachverbandes Außenwerbung (FAW) und der Mediaagentur Posterselect sind die Interaktionsmöglichkeiten mit Plakaten mittlerweile zwar weitgehend bekannt - genutzt werden sie allerdings eher selten. Im Bereich "Connecting Out of Home" gebe es dementsprechend noch "viel Luft nach oben", heißt es seitens des FAW.
Zunächst bringt die Analyse, für die FAW und Posterselect 1086 Personen online zu ihrer Einstellung gegenüber dem Mechanismus "Poster-to-Mobile" befragt haben, aber durchaus positive Zahlen ans Licht: Rund 65 Prozent der Befragten gab an, die Form der direkten Verbindung von Plakatwerbung mit Online-Inhalten zu kennen. In der jüngeren Zielgruppe der 18- bis 30-Jährigen liegt die Bekanntheit mit fast 82 Prozent noch einmal deutlich höher, und sogar bei den 46- bis 64-Jährigen weiß schon mehr als jeder Zweite, dass es solche Angebote gibt. "Angesichts der Neuartigkeit und des bislang eher punktuellen Einsatzes der interaktiven Plakat-Werbeform ist dies ein deutlicher Beleg dafür, dass Innovationen im Out-of-Home-Bereich von weiten Teilen der Bevölkerung schnell bemerkt werden", so der Branchenverband in einer Pressemitteilung.

Wenn es allerdings um die konkrete Nutzung der digitalen Angebote zu bewegen, gibt es noch Luft nach oben - der Verbraucher fremdelt. Der Anteil derer, die die Möglichkeit der Interaktion von Plakatwerbung mit Smartphone oder Tablet schon einmal ausprobiert haben, liegt derzeit bei 15 Prozent, bei den Jüngeren sind es rund 30 Prozent. Optimierungspotenzial sehen die Initiatoren der Analyse vor allem hinsichtlich einer präzisen Aussteuerung der Plakatstandorte. Immerhin wären bis zu 66 Prozent der Befragten dazu bereit, in Wartesituationen an Haltestellen von Bus und Bahn, am Bahnhof oder im Flughafen Interaktionen mit Plakaten zu starten. Weitaus weniger beliebt ist eine solche Ablenkung dagegen beim Bummeln durch die Stadt oder beim Einkaufen.

Ebenso wichtig ist das beworbene Ziel der Interaktion. Für rund 60 Prozent aller Studienteilnehmer sind vor allem Informationen über Produkte oder Dienstleistungen interessant, die jüngere Zielgruppe lässt sich auch gern mit Rabattaktionen oder Gutscheinen locken, die mobil einzulösen sind. Gratis-Downloads und der Zugang zu sozialen Netzwerken spielen dagegen selbst bei den 18- bis 30-Jährigen keine wesentliche Rolle, und auch der mobile Online-Einkauf von Produkten ist derzeit kein großes Thema.

Mit der aktuellen Studie zu "Connecting Out of Home" setzen FAW und Posterselect ihre Reihe von Trendanalysen zu verschiedenen Bereichen der Außenwerbung fort. In den vergangenen Monaten hatten sie bereits die Akzeptanz von Digital Out of Home und Verkehrsmittelwerbung mit Zahlenmaterial belegt. kl
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