Volkswagen richtet Vertrieb und Marketing neu aus

Donnerstag, 01. Juli 2004

Volkswagen forciert die Entflechtung von Konzern- und Markenfunktionen. Während die operative Verantwortung stärker auf die einzelnen Marken verlagert werden soll, wird der Vertrieb und das Marketing künftig markenübergreifend auf Konzernebene koordiniert. Diese zentrale Funktion umfasst neben dem Konzernmarketing den Mehrmarken-Vertrieb an Großkunden, den zentralen Vertrieb der Originalteile, die Steuerung von Kundendienstfunktionen der Marken sowie markenübergreifend die Wholesale- und Retailentwicklung.

Die Verantwortung dafür wird Stefan Jacoby, 46, übertragen. Gleichzeitig übernimmt Jacoby den weiteren Aufbau der Funktion Konzernvertrieb Deutschland. Jacoby war vom Aufsichtsrat bereits im April zum Generalbevollmächtigten der Volkswagen AG berufen worden. Er berichtet in dieser Funktion direkt an Vorstandschef Bernd Pischetsrieder.

Im Zuge der Neuordnung werden innerhalb der Volkswagen-Gruppe mit den Marken VW, Skoda, Bentley und Bugatti Verantwortlichkeiten neu zugeordnet. Georg Flandorfer, 57, übernimmt als Mitglied des Markenvorstandes die Verantwortung für den Vertrieb der Marke Volkswagen von Detlef Wittig, 62, der Anfang Oktober 2004 als Vorstandschef zu Skoda Auto nach Mlada Boleslav in Tschechien wechselt. Wittig bleibt in seiner neuen Funktion weiterhin Mitglied des Markenvorstands VW. Eine dem Vertrieb vergleichbare Entkoppelung von Marken- und Konzernfunktionen fand bereits im Produktionsressort statt. Die Konzernaufgaben dieses Ressorts hat Werner Neubauer, 54, übernommen, der in diesem Zusammenhang ebenfalls im April 2004 vom Aufsichtsrat zum Generalbevollmächtigten der Volkswagen AG ernannt worden war.

Zudem wird Reinhard Jung als Mitglied des Markenvorstandes ab August die operative Leitung der Produktion für die Marke Volkswagen übertragen. "Die Marken des Konzerns müssen sich eigenständig auf ihre Kunden und Produkte konzentrieren können. Dem Konzern obliegt die strategische Führung aller Marken. Die Neuausrichtung führt zu einem besseren Ausbalancieren von Marken- und Konzerninteressen und damit zu einer höheren Effizienz des gesamten Volkswagen-Konzerns", erklärt VW-Chef Bernd Pischetsrieder. mas
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