Volks-TV: Helmut Thoma will regionale TV-Sender bündeln

Mittwoch, 10. August 2011
Helmut Thoma kann das Fernsehmachen nicht lassen
Helmut Thoma kann das Fernsehmachen nicht lassen

Helmut Thoma will es noch einmal wissen: Der ehemalige Chef von RTL will unter dem Namen Volks-TV ein Mantelprogramm für die deutschen Regionalsender anbieten. Das Unternehmen soll bis Ende des Jahres starten. Derzeit wirbt Thoma bei Investoren Mittel ein. Die Pläne von Thoma sind ehrgeizig: "Mein Ziel ist es, eine merkbare dritte Kraft im deutschen Privatfernsehen zu werden", kündigt der einstige Pionier des deutschen Privatfernsehens in der "Süddeutschen Zeitung" an. Der deutsche Markt sei "unterentwickelt und in seinen Strukturen erstarrt", stichelt Thoma gegen die beiden beherrschenden Sendergruppen RTL und Pro Sieben Sat 1. Gemeinsam mit seinem Partner Helmut Keiser will der gebürtige Österreicher daher einen schlagkräftigen Verbund regionaler TV-Sender schaffen, der den großen TV-Konzernen Paroli bieten soll.

Die Verhandlungen mit regionalen Sendern sind laut Thoma bereits weit fortgeschritten. "Wir starten mit einer Reichweite von elf Millionen Haushalten, im Endausbau können es bis zu 16 Millionen Haushalte sein", sagt Thoma. Volks-TV soll den Sendern ein gemeinsames Mantelprogramm zuliefern und damit den vor sich hin dümpelnden Regionalsendern zu mehr Relevanz verhelfen: "Ein solches Modell eröffnet lokalen TV-Sendern gute Chancen, auch an nationale Werbeeinnahmen zu kommen", glaubt Mathias Adler, Geschäftsführer von TV Berlin.

Rund 30 Millionen Euro sind laut Thoma dafür in den ersten beiden Jahren notwendig, derzeit wirbt er um Investoren. Dazu gehören neben Privatpersonen auch Finanzinvestoren aus den USA. Die ersten rechtlichen Hürden hat Volks-TV bereits genommen: Die Zulassungskommission der Landesmedienanstalten hat dem Projekt eine Lizenz erteilt, auch die Medienkonzentrationsaufsicht KEK hat schon grünes Licht gegeben.

Große Sprünge sind mit den angestrebten Startbudget natürlich nicht drin: "Am Anfang wird es ein relativ einfaches Programm sein, da werden sich die Kritiker wieder darüber zerreißen", erwartet Thoma. dh
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