Volker Hoff soll Cheflobbyist von Opel werden

Dienstag, 26. Januar 2010
Volker Hoff als Zeuge im Ruzicka-Prozess (Bild: PDH Foto / Wolfgang Hörnlein)
Volker Hoff als Zeuge im Ruzicka-Prozess (Bild: PDH Foto / Wolfgang Hörnlein)

Der angeschlagene Autobauer Opel bekommt in seinem europaweiten Kampf um Staatshilfen offenbar prominente Unterstützung. Volker Hoff soll als Cheflobbyist bei der Rüsselsheimer GM-Marke anheuern. Pikant: Der ehemalige hessische Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Landtagsabgeordnete Hoff war als Gründer der Agentur Zoffel Hoff & Partner in das Untreue-Verfahren um den früheren Aegis-Manager Aleksander Ruzicka involviert. Volker Hoff, der 2009 vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch nicht mehr im Kabinett berücksichtigt wurde, hatte auch im Prozess als Zeuge ausgesagt. Laut Anklage soll über die von Hoff mitgegründete und inzwischen in Wunschkind umbenannte Agentur ZHP ein Betrag von rund 10 Millionen Euro gewaschen worden sein. Ruzicka war später für schuldig befunden und wegen Veruntreuung von 35 Millionen Euro zu einer Haftstsrate von mehr als elf Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und beschäftigt derzeit den Bundesgerichtshof.

Opel hat allem Anschein nach mit Hoffs Rolle im Ruzicka-Prozess kein Problem. "Es gibt ein Angebot und ich will es annehmen", zitiert die "Frankfurter Rundschau" den früheren Minister. Hoff wolle in seiner Rolle als Cheflobbyist "den Gesprächsfaden der Firma Opel zu den Regierungen aufbauen", so Hoff weiter. Im Landtag, wo Hoff immer noch ein Mandat besitzt, werde er sich bei Abstimmungen über Opel enthalten, um einen Interessenskonflikt zu vermeiden. Opel selbst will die Verpflichtung Hoffs nicht bestätigen. "Zu Personalspekulationen nehmen wir grundsätzlich keine Stellung", so ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET.

Die Akte ZHP/Wunschkind ist allerdings noch nicht ganz geschlossen. Am 29. Januar wird vor dem Landgericht Wiesbaden ein weiteres von Carat angestrengtes Zivilverfahren gegen Wunschkind eröffnet. In dem Verfahren fordert die Aegis-Tochter Carat 7,5 Millionen Euro Schadensersatz von der Agentur. mas
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