Volker Breid denkt über neuen G+J-Frauentitel nach

Donnerstag, 08. Juli 2010
Volker Breid, Geschäftsführer der G+J-Verlagsgruppe Frauen/Familie/People
Volker Breid, Geschäftsführer der G+J-Verlagsgruppe Frauen/Familie/People
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Volker Breid Burda Gruner + Jahr Chatter iPad Ove Saffe Krise


Was geht noch im Markt der jungen Frauen- und People-Magazine? Der Erfolg von Bauers Läster-Blatt "Intouch", der nun von Burdas "Chatter" offensichtlich kopiert werden soll, ruft auch Gruner + Jahr auf den Plan. "Wir beobachten den Trend, die Überhöhung von Stars zu hinterfragen und sie auch mal von ihrer menschlichen Seite zu zeigen", sagt Volker Breid, Geschäftsführer der G+J-Verlagsgruppe Frauen/Familie/People, im Interview mit HORIZONT. "Beim Umgang mit Stars verändert sich etwas, und darauf müssen wir auf eine Weise reagieren, wie sie zu G+J passt", sagt Breid. Und dies "am liebsten natürlich mit einer eigenen Entwicklung". Er hätte aber auch "nichts dagegen", die Zusammenarbeit mit dem Klambt-Verlag "irgendwann weiter auszudehnen", etwa mit dem Einstieg bei Klambts "Grazia" inklusive Vermarktung durch G+J Media Sales, nach dem Vorbild des Joint Ventures bei "In". Seine versteckte Botschaft an die Gremien: "Am Ende des Tages müssen die Gesellschafter der beteiligten Verlage gemeinsam einen solchen Schritt wollen."

Außerdem erklärt Breid im exklusiven HORIZONT-Interview, warum er gedenkt, das neu erworbene Fußballmagazin "11 Freunde" weiter in seiner Frauengruppe zu führen, welche Schuld die Medienjournalisten am Aus von "Healthy Living" tragen, warum ihn das Thema Abo-Prämien derzeit am meisten bewegt - und was er auf dem iPad vorhat: Noch in diesem Jahr soll es ein Angebot von "Gala" geben. rp


Fünf Fragen an Volker Breid zu Burdas "Freundin Donna", zu Vertriebserlösen und zu seinem Umbauprojekt

Im Mai hat Burda seinen "Freundin"-Ableger "Donna" gestartet, der offensichtlich als Antwort auf Ihre "Brigitte Woman" gedacht war. Spüren Sie die Konkurrentin schon?
"Freundin Donna" ist ein respektables Magazin. Aber das Heft ist eher klassisch gemacht und damit weniger, als alle Ankündigungen vermuten ließen, am kreativen Konzept von "Brigitte Woman" orientiert. Daher merken wir bei unseren Abverkäufen keinerlei Veränderungen. Stattdessen vermute ich, dass sich "Donna" eher bei den klassischen Frauentiteln auswirken könnte.

Also auch bei "Brigitte".
Vor allem bei "Freundin" selber, vielleicht auch bei "Myself". Wo genau, werden wir sehen.

Was halten Sie eigentlich von der These von "Spiegel"-Geschäftsführer Ove Saffe, wonach sich Verlage so aufstellen müssten, dass sie dank deutlich höherer Copypreise theoretisch allein von Vertriebserlösen leben können?
Auch bei uns sind die Vertriebsumsätze absolut und relativ gestiegen, vor allem durch Sonderhefte und Erhöhungen einzelner Copypreise, ohne signifikante Auflagenverluste. Und es gibt hier und da weitere Spielräume, die wir auch nutzen werden. Aber das ist nicht endlos dehnbar. Unsere Titel bewegen sich in einem Umfeld mit hoher Wettbewerbsintensität. Deshalb reagieren unsere Leserinnen sehr preissensibel. Wir können auf Werbeerlöse also niemals ganz verzichten.

Doch der Vertriebsanteil steigt auch bei Ihnen. Wie verändert das Ihre Art des Managens?
Ich merke, dass ich mir viel stärker als früher die Relationen aus Anzeigen- und Vertriebserlösen anschaue. Ich achte darauf, dass der Vertriebsanteil über die ganze Gruppe möglichst steigt und sehe eine zu ausgeprägte Anzeigenabhängigkeit mittlerweile als Alarmsignal. Und wenn wir Businesspläne rechnen, nehmen wir uns nun öfters vor, dass sich neue Titel allein über den Vertrieb rechnen müssen.

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Das komplette Interview mit Volker Breid lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 27/2010 vom 8. Juli 2010.

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Verglichen mit anderen G+J-Sparten, war es in Ihrer Gruppe bisher eher ruhig. Aufreger ist allein der Umzug der "Brigitte"-Redaktion ins Großraumbüro. Wann kommt eigentlich Ihr großes Umbauprojekt?
Unser großes Umbauprojekt besteht aus ganz vielen kleinen. Denn wir haben unsere Strukturen in den vergangenen Jahren schon vor der großen Krise kontinuierlich angepasst. So haben wir nicht jede Stelle nachbesetzt, und vereinzelt mussten wir auch betriebsbedingt kündigen oder haben Aufhebungsvereinbarungen getroffen. Weil unsere Marken weniger von Automobil- und Finanzwerbung abhängig sind, haben sich die Umsatzrückgänge in der Wirtschafts- und Werbekrise bei uns auch eher in Grenzen gehalten.
Interview: Roland Pimpl
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