Vodafone sieht keine Chance für DVB-H

Montag, 26. Mai 2008
Friedrich Joussen setzt auf "intelligente Software" im Bereich Handy-TV
Friedrich Joussen setzt auf "intelligente Software" im Bereich Handy-TV

Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen hält Handy-TV über den Standard DVB-H für gescheitert. Daher will der Konzern über Zusatzdienste an mobilem Fernsehen verdienen. "Ich werde auch kein Bezahl-TV auf dem Handy unterstützen, solange die Gefahr besteht, dass Kunden dann weniger Geld für andere Dienste ausgeben", sagte Joussen der "Financial Times Deutschland". Mit der Idee eines werbefinanzierten Handy-Fernsehens konnte Vodafone die Landesmedienanstalten im vergangenen Herbst aber nicht überzeugen. Die Rechte gingen an den Plattformbetreiber Mobile 3.0, hinter dem die Verlage Burda und Holtzbrinck stehen.

Vodafone plant nun, "intelligente Software" anzubieten. Diese ermöglicht eine Wiederholfunktion sowie die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen, die im TV gezeigt werden, direkt zu kaufen. Zum Abo-Modell von Mobile 3.0 äußerte sich der Vodafone-Chef kritisch: Spätestens, seit Handys verfügbar seien, die auch reguläre DVB-T-Signale empfangen, sei das Bezahl-Handy-TV kaum noch überlebensfähig.

Die Vermarktung des kostenpflichtigen Handy-TV ist zudem unsicher, denn 75 Prozent aller neuen Mobiltelefone bringen die Netzbetreiber auf den Markt. Seit Mai verkaufen T-Mobile und Vodafone Handys, die den Konkurrenzstandard DVB-T empfangen.

Das kostenpflichtige DVB-H-Angebot von Mobile 3.0 wird zur am 7. Juni beginnenden Fußball-Europameisterschaft in vier deutschen Großstädten starten. Vodafone hatte sich im vergangenen Herbst gemeinsam mit T-Mobile und O2 erfolglos um die DVB-H-Lizenz beworben. np

Meist gelesen
stats