Vivendi-Chef Messier wittert Betrug auf der Aktionärsversammlung

Montag, 29. April 2002

Jean-Marie Messier, Vorstandschef von Vivendi-Universal, vermutet einen Wahlbetrug bei der für ihn unglücklich verlaufenen Aktionärs-Hauptversammlung in der vergangenen Woche. Messier versucht nun, die Entscheidungen zu annullieren. Vivendi sei durch den mit 20 Prozent ungewöhnlich hohen Anteil an Enthaltungen auf eine mögliche Manipulation aufmerksam geworden. Normalerweise enthielten sich nur ein Anteil von drei bis vier Prozent aller Aktionäre.

Nach französischem Recht zählen Enthaltungen als Ablehnung. Das Ergebnis wecke Zweifel an der Verlässlichkeit des elektronischen Abstimmungssystems, das offenbar die Stimmen der Aktionäre mit großem Stimmgewicht automatisch als Enthaltung gezählt habe. Der Konzern will nun Anzeige gegen unbekannt erstatten. Geht es nach Messier, soll die Abstimmung Anfang Juni wiederholt werden. Laut Collette Neuville, Vorsitzende des Aktionärs-Verbands Adam, ist die Entscheidung aber nicht ohne Weiteres annulierbar und so lange gültig, bis vor Gericht Gegenbeweise erbracht werden.
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