Videoportal von RTL und Pro Sieben Sat 1: Gericht bestätigt Verbot

Donnerstag, 09. August 2012
Es bleibt im Netz bei getrennten Angeboten von Pro Sieben Sat 1 (Maxdome) und RTL
Es bleibt im Netz bei getrennten Angeboten von Pro Sieben Sat 1 (Maxdome) und RTL


RTL und Pro Sieben Sat 1 müssen ihre Pläne für eine gemeinsame Videoplattform im Internet wohl endgültig beerdigen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat das Veto des Bundeskartellamts gegen das geplante Portal am Mittwoch bestätigt. Eine grundlegende Bedeutung sahen die Richter in dem Fall nicht, eine Revision ist daher nicht möglich. RTL und Pro Sieben Sat 1 können jetzt nur noch eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einreichen. Das Bundeskartellamt hatte die geplante Plattform mit dem Arbeitstitel "Amazonas" 2011 untersagt. Die Begründung: Ein gemeinsames Video-on-Demand-Angebot würde die marktbeherrschende Stellung der beiden TV-Konzerne auf dem TV-Werbemarkt noch verstärken. Die Unternehmen reagierten mit Unverständnis auf das Urteil: "In der Sache können wir die Entscheidung gegen eine sinnvolle, verbraucherfreundliche, senderoffene Videoplattform nicht nachvollziehen", sagte ein Sprecher gegenüber "FAZ". Die TV-Konzerne hatten stets betont, dass es sich bei Amazonas um eine rein technische Plattform handelt, die anderen Sendern inklusive der Öffentlichen-Rechtlichen Anbieter offen stehen sollte. Nun wolle man sich die Urteilsbegründung genau anschauen und Rechtsmittel prüfen.

Eine besondere Brisanz bekommt das Urteil dadurch, dass ARD und ZDF derzeit ebenfalls an einer gemeinsamen Videoplattform arbeiten. "Germany's Gold" soll noch in diesem Jahr an den Start gehen, die gleichnamige Betreibergesellschaft wurde bereits gegründet. ARD und ZDF wollen vor allem ihre umfangreichen Archive über die Plattform vermarkten, die ebenfalls anderen Sendern offen stehen soll. Eine Beteiligung der privaten Sendergruppen an Germany's Gold ist eher unwahrscheinlich. "Wir prüfen sehr genau, ob wir uns bei Germany's Gold engagieren werden", sagte Pro Sieben Sat 1-Chef Thomas Ebeling kürzlich. "Ich möchte natürlich nicht eine rein öffentlich-rechtliche Plattform durch unsere Inhalte veredeln." dh
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