Video: Hirnforscher sieht kritische Netzwerkdichte im Internet erreicht

Donnerstag, 05. November 2009
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In Zukunft zählt Netzwerkkompetenz statt Medienkompetenz - das war die Botschaft des Unternehmensberaters Professor Peter Kruse beim Forum Medienzukunft der hessischen Landesmedienanstalt (LPR) anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens am Mittwoch in Frankfurt. Während es in der ersten Phase der Internet-Entwicklung vor allem um den technischen Zugang ging, hätten die entstandenen Netzwerke mittlerweile eine Dichte erreicht, durch die sich sowohl die Regeln der privaten wie auch der kommerziellen Kommunikation grundlegend veränderten: „Aldi hat im vergangenen Jahr seine Preise reduziert und die Werbeausgaben erhöht. Trotzdem ist der Umsatz zurückgegangen. Das wäre in der klassischen Medienära undenkbar gewesen."

Professor Peter Kruse: Aldi hat im vergangenen Jahr seine Preise reduziert und die Werbeausgaben erhöht. Trotzdem ist der Umsatz zurückgegangen. Das wäre in der klassischen Medienära undenkbar gewesen.“
Kruse warnte davor, das Internet ausschließlich als ein Medienphänomen jugendlicher Digital Natives zu sehen: „Es ist die gesamte Gesellschaft, die diese Entwicklung treibt." Schon früher hätten sich Kommunikationsnetzwerke um Themen gebildet, wenn diese in der Gesellschaft auf Resonanz stießen: „Der Unterschied ist, dass sich beispielsweise die Volkzählungsgegner in der 80er Jahren ihre Netzwerke erst mühsam aufbauen mussten, während heute durch das Internet für jedes Thema sofort ein Netzwerk zur Verfügung steht."

So könnten nicht-hierarchische Gruppen in kürzester Zeit Netzwerke aufbauen, die in ihrer Reichweite problemlos mit klassischen Medien konkurrieren. Kruse verwies auf das Beispiel der aktuellen Studentenproteste in Österreich, die in Wien ihren Ausgang genommen haben, aber inzwischen europaweit und sogar in China diskutiert werden. Via Twitter erreichen sie derzeit 1,5 Millionen Menschen pro Tag.

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