Viacom rechnet mit großem Wachstumspotenzial für Musikfernsehen in Deutschland

Donnerstag, 24. Juni 2004

Das US-Medienunternehmen Viacom mit dem Musiksender MTV ist wie gemeldet beim Musiksender Viva eingestiegen und hat von dessen Großaktionären 75,8 Prozent der Anteile gekauft. Ziel ist die komplette Übernahme des Senders, zu dem auch das Produktionsunternehmen Brainpool gehört. Bei dem Kauf handelt es sich um die größte Akquisition, die Viacom jemals getätigt hat. Als Kaufpreis veranschlagen Börsenexperten knapp 310 Millionen Euro.

Kartellrechtliche Probleme sehen die Amerikaner nicht: "Da befürchten wir nichts", meint Simon Guild, Vizepräsident von MTV Networks Europe. Viacom erwarb zudem vom Medienkonzern Time Warner 49 Prozent an der Viva Plus Fernsehen GmbH. "Dies ist eine private Transaktion, deshalb wird der Preis nicht genannt", sagte Guild. Ziel sei es, dem deutschen Publikum künftig ein breiteres Programm anzubieten. Dazu gehöre ein Angebot aus Kabelfernsehen, Internet und anderen Media-Plattformen, die künftig miteinander kombiniert würden, erklärte Guild.

An Brainpool werde Viacom festhalten. Guild: "Wir glauben an Brainpool und halten an der Produktion fest. Brainpool ist ein riesiges Asset für MTV." Brent Hansen, President und Chief Executive MTV Networks Europe und President of Creative MTV Networks International, geht davon aus, dass Viva-Chef Dieter Gorny dem Unternehmen auch nach dem Zusammenschluss angehören wird. "Mit zwei von Deutschlands erfolgreichsten Fernsehmachern in einem Management-Team wird sich das neue Unternehmen in einer guten Ausgangslage befinden und eine gewichtigere Rolle in der deutschen Fernsehlandschaft spielen."

Ein so genannten Integrationskomitee soll in den nächsten Monaten die genaue Struktur und Organisation des Unternehmens ausarbeiten. Alle vier TV-Marken MTV, MTV 2 Pop, Viva und Viva plus sollen erhalten und neu positioniert werden, allerdings glaubt MTV-Chefin Catherine Mühlemann nicht, dass es Raum für mehr als zwei bis drei Musiksender gibt, weshalb zumindest eine TV-Marke künftig neu definiert werden müsse. Mühlemann: "Der Zusammenschluss bietet nur Vorteile - dem Musikmarkt, den Künstlern, dern Zuschauern und den Werbungtreibenden." nr
Meist gelesen
stats