Viacom Outdoor will deutschen Markt erobern

Donnerstag, 19. Mai 2005

Noch in diesem Jahr will der amerikanische Medienkonzern Viacom im deutschen Markt Fuß fassen. Neben den Bemühungen bei der Münchner Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 Media Anteile zu erwerben, steht vor allem der Markteinstieg des Outdoor-Bereichs auf der Agenda. Besonders interessiert ist Tom Goddard, CEO Europe Viacom Outdoor, an der Deutschen Eisenbahnreklame (DERG). Um die Deutsche Bahn-Tochter bemühen sich jedoch auch andere Außenwerbe-Unternehmen wie JC Decaux, Clear Channel, Ströer und Wall.

Goddard räumt seinem Unternehmen im aktuell gestarteten Bieterwettstreit um die DERG gute Chancen ein: Während ausländische Unternehmen wie Clear Channel und JC Decaux verstärkt auf Stadtmöblierung setzten, habe Viacom Outdoor mehr Expertise in Sachen Verkehrsmittelwerbung, so Goddard: "Im Transportbereich ken- nen wir die besten Produkte und die besten Orte."

Außerdem verfüge man über internationale Erfahrung in der Entwicklung von Produkten. Neben den Hauptmärkten USA, Mexiko und Kanada ist der der weltweit drittgrößte Außenwerberbereits in europäischen Ländern wie Frankreich, Holland, Italien und Großbritannien aktiv. Dort erwirtschaftet Viacom Outdoor etwa 40 Prozent seines Umsatzes von 1,8 Milliarden Dollar und rangiert mit einem Marktanteil von 12 Prozent hinter den Rivalen JC Decaux und Clear Channel auf dem dritten Platz. "Der Einstieg in Deutschland würde unser Geschäft stärken", glaubt Goddard.

Der Mann, der ihm bei den europäischen Expansionsstrategien zur Hand gehen soll, ist Viva-Gründer Dieter Gorny. Als Executive Vice President Europe von Viacom soll er der Outdoor-Sparte als Türöffner dienen. "Gorny spielt in unseren künftigen Plänen eine große Rolle", sagt Goddard. Der Manager aus London sieht im deutschen Markt noch viel Potenzial.

Denn während der durchschnittliche Anteil an Außenwerbung am gesamten Werbevolumen in Europa 12 Prozent beträgt, bildet Deutschland mit 3 Pro- zent das Schlusslicht. Bereits vor zwei Jahren hatte Viacom Outdoor im Bie- terverfahren um die Deutsche Städte Medien (DMS) versucht, den deut- schen Markt zu erobern, stieg jedoch aufgrund zu hoher Kosten aus dem Verfahren aus. is
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